Anspruch und Leiden­schaft

Großer BDA-Preis 2014 an Axel Schultes

Der Architekt des „Band des Bundes“ in Berlin, Axel Schultes, erhält den Großen BDA-Preis 2014. Dies entschied eine sieben­köp­fige Jury unter dem Vorsitz von BDA-Präsident Heiner Farwick. Der Preis wird im Vorfeld des dies­jäh­rigen BDA-Tags am 12. September 2014 in Hannover verliehen.

Das Preis­ge­richt, dem neben Heiner Farwick auch Ingrid Burg­staller (Archi­tektin BDA, München), Hubertus Eilers (Architekt BDA, Potsdam), Volker Staab (Architekt BDA, Berlin), Ullrich Schwarz (HafenCity Univer­sität, Hamburg), Christian Thomas (Leitender Redakteur Feuil­leton der Frank­furter Rundschau, Frankfurt am Main) und Susanne Wartzeck (Archi­tektin BDA, Dipperz) ange­hörten begründet seine Entschei­dung mit folgenden Worten:

„Die Jury würdigt den Archi­tekten Axel Schultes für sein heraus­ra­gendes archi­tek­to­ni­sches Schaffen. Die Bauten von Axel Schultes prägen ihren Ort und lassen eine Archi­tektur erleben, in der das Schöne kein Schein und das Gute in höchster räum­li­cher Qualität vollendet sind. Ihre außer­or­dent­liche Gestal­tungs­kraft beziehen seine Bauwerke aus einer Verbin­dung von Raum­land­schaften, insze­na­to­ri­schem Willen und sinnhaft feiner Detail­bil­dung.

Zum Grad­messer für das demo­kra­ti­sche Selbst­ver­ständnis der Berliner Republik diente und dient das Berliner Bundes­kanz­leramt. Axel Schultes setzt mit dem Regie­rungs­sitz auf Reprä­sen­ta­tion, unter­läuft  jedoch mit einem spie­le­ri­schen Formen­kanon das staats­tra­gende Pathos. Es gelingt ihm, der poli­ti­schen Identität des wieder­ver­ei­nigten Deutsch­lands mit dem Bundes­kanz­leramt – neben dem Reichstag – einen gebauten Ausdruck zu geben.

Axel Schultes und Charlotte Frank: Krema­to­rium Baum­schu­lenweg, Berlin, Foto: Werner Huth­ma­cher

Wie nur wenige Archi­tekten hat sich Axel Schultes mit mutigem Anspruch und großer Leiden­schaft für eine Kultur des Bauens einge­setzt. Unbeirrt verfolgte er über einen langen Zeitraum seinen archi­tek­to­ni­schen Weg und hat zu einer Archi­tektur gefunden, die über den Tag hinaus Bestand hat und von unge­bro­chener Relevanz ist. Symbo­lisch für das archi­tek­to­ni­sche Ringen von Axel Schultes um fesselnde archi­tek­to­ni­sche Raum­kom­po­si­tionen stehen das Krema­to­rium Baum­schu­lenweg in Berlin (1998) und das Bonner Kunst­mu­seum (1993).

Mit der Verlei­hung des Großen BDA-Preises an Axel Schultes würdigt die Jury einen großen Archi­tekten der Gegenwart, dessen gebautes Lebens­werk und idea­lis­ti­sches Streben nach Raum­wun­dern zu einem Teil der Archi­tek­tur­ge­schichte unserer Zeit geworden sind.“

Der Bund Deutscher Archi­tekten BDA vergibt alle drei Jahre den Großen BDA-Preis für bedeu­tende Leis­tungen auf dem Gebiet der Archi­tektur und des Städ­te­baus. Zu den bishe­rigen Preis­trä­gern gehören unter anderem Mies van der Rohe, Günter Behnisch und Oswald Mathias Ungers. Der Preis­träger des Jahres 2011 ist Volker Staab (Berlin).

Der Große BDA-Preis 2014 wird am Freitag, 12. September 2014, an Axel Schultes verliehen. Veran­stal­tungsort ist der Kleine Sendesaal des NDR in Hannover. Die Laudatio hält Ullrich Schwarz.

Cordula Vielhauer

Fotos: Schultes Frank Archi­tekten, Werner Huth­ma­cher, Florian Meuser

Axel Schultes und Charlotte Frank: Krema­to­rium Baum­schu­lenweg, Berlin, Foto: Werner Huth­ma­cher