Archi­tektur und Forschung

Inter­na­tio­nale Tagung an der TU Kaisers­lau­tern

Spätes­tens seit sich das Fach Archi­tektur an Hoch­schulen um die sich in Dritt­mit­teln ausdrü­ckende Gunst von Verant­wort­li­chen und Förderern mit herkömm­li­chen wissen­schaft­li­chen Fächern balgt, steht die Frage danach, was Forschung in der Archi­tektur sei, wieder vermehrt im Raum. Da es aber nicht nur um aufmerk­sam­keits­öko­no­mi­sche und rein monetäre Belange geht, will die inter­na­tio­nale Tagung an der TU Kaisers­lau­tern  Antworten darauf finden: Welche aktuellen Forschungs­an­sätze gibt es in der Archi­tektur? Was ist Forschung in der Archi­tektur? Lassen sich Forschung und Praxis verknüpfen? Und forschen in der Archi­tektur ausschließ­lich Univer­si­täten oder auch  prak­ti­zie­rende Archi­tek­tur­büros selbst? Ist mithin jeder Bau ein Stück Forschungs­ar­beit?

Research Culture in Archi­tec­ture – Inter­na­tional Confe­rence on Cross-Disci­pli­nary Colla­bo­ra­tion in Archi­tec­ture“ (RCA 2018) ist die vom Fach­be­reich Archi­tektur ausge­rich­tete Tagung über­schrieben, die vom 27. bis 28. September auf dem Campus der Tech­ni­schen Univer­sität Kaisers­lau­tern statt­findet.

Die Archi­tektur ist in den letzten Jahren stetig komplexer geworden, ihre Poten­ziale zur Lösung gesell­schaft­li­cher Problem­stel­lungen werden von immer mehr Akteuren erkannt. Entspre­chend komplex sind die Fragen, die sich heute an die Disziplin richten. Margitta Buchert von der Leibniz Univer­sität Hannover etwa wird über das Thema „Entwerfen und Forschen“ sprechen. Wie sich Theorie und Praxis verbinden lassen, erläutert Christian Derix, der die Forschungs­ab­tei­lung „Super­Space“ des Archi­tek­tur­büros „Woods Bagot archi­tects“ in Sydney leitet. „Er und sein Team entwi­ckeln Compu­ter­pro­gramme für Entwurfs­pro­zesse in Archi­tektur und Stadt­pla­nung, die einen Fokus auf räumliche Gestal­tung und mensch­liche Nutzung legen“, so die Veran­stalter der Tagung. Eike Roswag-Klinge vom Natural Building Lab der TU Berlin stellt vor, wie natür­liche Baustoffe als Grundlage für Entwürfe zum Einsatz kommen. Und Sigrid Brell-Cokcan von der RWTH Aachen erläutert, wie Roboter künftig eine indi­vi­du­elle Produk­tion gestalten.

Caitlin Müller vom Massa­chu­setts Institute of Tech­no­logy im US-ameri­ka­ni­schen Cambridge entwi­ckelt mit der Forschungs­gruppe „Digital Struc­tures“ digitale Werkzeuge, mit denen sie statische und archi­tek­to­ni­sche Anfor­de­rungen für Entwürfe verbinden. Kritisch mit der Frag­men­tie­rung des Archi­tek­tur­dis­kurses setzt sich Michael Hensel von der Oslo School of Archi­tec­ture and Design ausein­ander: Er sucht nach einer aktiven Kraft in der Archi­tektur, die in dyna­mi­scher Wech­sel­wir­kung mit dem Menschen und der Umwelt steht. Doch damit nicht genug, wie die TU Kaisers­lau­tern ankündigt: „Darüber hinaus wird es weitere Kurz­vor­träge geben, die sich unter­schied­lichsten Themen­be­rei­chen widmen wie etwa der Entwurfs­me­thodik, dem digitalen Holzbau, der Archi­tek­tur­theorie, Digi­ta­li­sie­rung, Nach­hal­tig­keit, Wahr­neh­mung, Visua­li­sie­rung, und der Kunst und Ausbil­dung in der Archi­tektur.“

Red.

RCA 2018
TU Kaisers­lau­tern
Fakultät für Archi­tektur
Pfaf­fen­berg­straße 95
67663 Kaisers­lau­tern

Das Programm und weitere Infor­ma­tionen auf der Website der TU Kaisers­lau­tern.