der architekt 3/2015

Form follows function lautet das vermut­lich folgen­reichste Dogma der modernen Archi­tektur. Längst dürfte sich herum­ge­spro­chen haben, dass diese Forderung, die Louis Sullivan erhob, außerhalb des Zusam­men­hangs, in dem er sie äußerte, falsch verstanden werden muss. Sie sugge­riert – ähnlich wie Otto Wagners Behaup­tung, etwas Unprak­ti­sches könne nicht schön sein –, dass die Ansprüche der Moderne an die Archi­tektur eher simpel sind und leicht erfüllt werden können. Viel­leicht sogar von denen, die keine künst­le­ri­sche Ader haben. Der infla­tio­näre Gebrauch des funk­tio­na­lis­ti­schen Dogmas tat ein Übriges, so dass Sullivans Motto (basierend auf der Analogie von Kunst und Natur) zu einem unre­flek­tierten Auto­ma­tismus verkam. So, als könne die Ästhetik des Bauens unmit­tel­bares Produkt seines tech­ni­schen und ökono­mi­schen Nutzens sein. Dabei bewiesen Sullivans eigene Werke und die seines Schülers Frank Lloyd Wright zur Genüge, wie sehr Bauge­stalt und Bauschmuck das Resultat konzen­trier­tester künst­le­ri­scher Arbeit sind. (…)

  • Folgende Artikel sind online nicht verfügbar:

  • Die Welt zwischen Theorie und Praxis

    Arno Lederer

  • Wenn Form Symbol wird

    Andreas Denk

  • Funda­men­ta­lismus

    Jörg H. Gleiter

  • Form als Funktion

    Markus Allmann

  • Gib´ mir die Kugel! 52

    Klaus Jan Philipp

  • Weder noch!

    Alban Janson

  • Schutz­zone Biblio­thek

    Karin Wilhelm

  • Function and form follow economics

    Ursula Baus