der architekt 3/2015
Form follows function lautet das vermutlich folgenreichste Dogma der modernen Architektur. Längst dürfte sich herumgesprochen haben, dass diese Forderung, die Louis Sullivan erhob, außerhalb des Zusammenhangs, in dem er sie äußerte, falsch verstanden werden muss. Sie suggeriert – ähnlich wie Otto Wagners Behauptung, etwas Unpraktisches könne nicht schön sein –, dass die Ansprüche der Moderne an die Architektur eher simpel sind und leicht erfüllt werden können. Vielleicht sogar von denen, die keine künstlerische Ader haben. Der inflationäre Gebrauch des funktionalistischen Dogmas tat ein Übriges, so dass Sullivans Motto (basierend auf der Analogie von Kunst und Natur) zu einem unreflektierten Automatismus verkam. So, als könne die Ästhetik des Bauens unmittelbares Produkt seines technischen und ökonomischen Nutzens sein. Dabei bewiesen Sullivans eigene Werke und die seines Schülers Frank Lloyd Wright zur Genüge, wie sehr Baugestalt und Bauschmuck das Resultat konzentriertester künstlerischer Arbeit sind. (…)
Das rauchfreie Tabakskollegium
editorial
18/06/2015
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Function and form follow economics