Die Kontakt­fläche

Zum Potenzial räum­li­cher Schnitt­stellen im Wohnen

Wie lässt sich die Grenze zwischen zwei Wohn­ein­heiten neu denken? Nora Schlöder und Marius Helten regen in ihrem Beitrag an, sie nicht mehr als reine Barriere zu betrachten, sondern als „Kontakt­fläche“ – als räumliche Zone, in der Nach­bar­schaft, Nähe und Rückzug verhan­delt werden. In einer Reihe von entwurf­li­chen Szenarien erproben sie, wie Archi­tektur mit wandel­baren Schnitt­stellen auf verschie­dene, teils sogar wider­sprüch­liche Bedürf­nisse nach Gemein­schaft und Privat­heit reagieren kann.

Wohnungsbau ist in Entwurf und Praxis geprägt von der Defi­ni­tion von Grenzen und Schwellen. In Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern, Wohn­heimen aber auch in Wohn­formen, die sich offensiv dem Kollek­tiven verpflichtet fühlen, dienen Erfah­rungen, aber noch viel mehr Normen und Gesetze dazu, die tech­ni­schen Anfor­de­rungen an die begren­zenden Bauteile – Wände, Decken, Türen – fest­zu­legen. Die Grenze wird dabei meist sehr defensiv durch die Anfor­de­rungen hinsicht­lich der Abwehr von Feuer, Schall oder auch uner­wünschtem Zutritt definiert. Beispiel­haft illus­triert das der bauge­setz­liche Begriff „Wohnungs­trenn­wand“.

Kontakt­fläche des dialek­ti­schen Schall­schutzes: auf einer Seite hellhörig und auf der anderen Seite „taub“, Bild: Nora Schlöder

Der Versuch einer neutra­leren, viel­leicht aber auch euphe­mis­ti­schen Beschrei­bung könnte darin liegen, die Bauteile der Begren­zung genau anders herum zu lesen, nämlich als Kontakt­fläche, die durch das Neben­ein­ander von zwei Wohn­ein­heiten, zwischen Nach­ba­rinnen und Nachbarn, zwischen Mitbe­woh­nenden entsteht. Die Quali­täten, Poten­tiale, aber natürlich auch die Schutz­ziele dieser Kontakt­flä­chen könnten mit diesem Gedanken im Hinter­kopf neu definiert werden. Dabei ist die Kontakt­fläche weder ausschließ­lich als ein tren­nendes noch als ein verbin­dendes Moment zu sehen. Sie dient gewis­ser­maßen der Vermitt­lung und Fusion zwei­seitig einwir­kender Anfor­de­rungen an das Neben­ein­ander.

Kontakt­flä­chen im Einfa­mi­li­en­haus

Als Sinnbild für die Vermei­dung baulicher Kontakt­flä­chen kann das Einfa­mi­li­en­haus betrachtet werden. Mehr noch als andere Wohn­formen steht es in der Regel für den Versuch, das private alltäg­liche Leben der Bewoh­nenden, als zu schüt­zendes Innen, vor dem Außen als Fremdem sowie Einbli­cken und vermeint­li­chen Gefahren abzu­grenzen. Über­spitzt könnte man regel­recht von dem Versuch der Kontakt­ver­mei­dung bis hin zum Kontakt­verbot sprechen, veran­schau­licht durch ein von Hecken und Zäunen geprägtes Stra­ßen­bild. Dies gründet bis heute auf der Vermutung, dass sich auf diese Weise – gekoppelt an Eigentum und räumliche Distanz – die größt­mög­liche Freiheit und Indi­vi­dua­lität für die eigenen Gewohn­heiten, Rhythmen, Praktiken und Vorlieben des Wohnens finden lassen. Die Bewoh­nenden sind so in ihrem Wohnen kaum dazu genötigt, Kompro­misse einzu­gehen.

Im Kontext der Debatten zur Wohnwende um Suffi­zienz1 und den Rema­nenz­ef­fekt2 eröffnet sich daher nun ein neues Potential3: Durch eine zuneh­mende Nach­ver­dich­tung des Einfa­mi­li­en­haus­be­stands könnten innerhalb jener Häuser, die zuvor nur einer Partei vorbe­halten waren, neue Kontakt­flä­chen entstehen, an denen sich unter­schied­liche, teils etablierte Wohn­vor­stel­lungen begegnen.Kenkmann, Tanja et al.: Flächen­spa­rend Wohnen, Ener­gie­ein­spa­rung durch Suffi­zi­enz­po­li­tiken im Hand­lungs­feld „Wohn­fläche“, Umwelt­bun­desamt, 2018. ↩︎Mit dem Rema­nenz­ef­fekt wird das Phänomen beschrieben, dass ältere Personen auch nach dem Auszug ihrer Kinder in ihren großen Wohnungen wohnen bleiben. Vgl.: Ammann, I. / Müther, A.: Wohn­ei­gen­tums­bil­dung und Wohn­flä­chen­ver­brauch, BBSR-Analysen Kompakt 14, 2022. ↩︎Walters­ba­cher, M. / Neubrand, E. / Schürt, A., Bundes­in­stitut für Bau‑, Stadt- und Raum­for­schung (Hrsg.): Künftige Wohnungs­leer­stände in Deutsch­land: regionale Beson­der­heiten und Auswir­kungen, Stand Oktober 2019. ed. Bundes­in­stitut für Bau‑, Stadt- und Raum­for­schung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raum­ord­nung (BBR), Bonn 2020. ↩︎

Bila­te­rale Gestal­tung

Zum Wesen der Kontakt­fläche gehören zwei Seiten, die an ihr aufein­an­der­treffen. In der konven­tio­nellen Ausge­stal­tung dieser Kontakt­flä­chen wird von symme­tri­schen Anfor­de­rungen auf beiden Seiten der Kontakt­fläche ausge­gangen und das Schutz­be­dürfnis in den Vorder­grund gestellt. Versteht man die Kontakt­fläche aber als ein Bauteil, das versucht, sowohl Bedürf­nisse nach Schutz als auch nach Kontakt abzu­bilden, so kann auch von unter­schied­li­chen oder sogar wider­sprüch­li­chen Bedürf­nissen an die Eigen­schaften dieser Grenze ausge­gangen werden. Die Asym­me­trie der Bedürf­nisse kann bereits innerhalb einer Familie oder Wohn­ge­mein­schaft entstehen und zeigt sich vermut­lich noch deut­li­cher, wenn unter­schied­liche Parteien und Wohn­vor­stel­lungen mitein­ander in Kontakt treten.

Die entwurf­liche Ausein­an­der­set­zung mit den gegen­über­ste­henden und manchmal sehr gegen­sätz­li­chen Bedürf­nissen öffnet das Entwurfs­denken – hin zu Lösungen jenseits norma­tiver Trenn­wände. Ausgehend von der Annahme, dass sich die Beziehung zwischen den Parteien mit der Zeit wandeln kann, müssen auch die Kontakt­flä­chen diesen Wandel mittragen oder sogar begüns­tigen können.

Im Rahmen einer Feld­studie von Nora Schlöder wurden Wohn­vor­stel­lungen, ‑erfah­rungen und ‑praktiken von vier Einfa­mi­li­en­haus-Parteien im Rahmen von Leit­fra­gen­in­ter­views4 analy­siert und inter­pre­tiert. Diese dienten als Grundlage für Entwürfe von Kontakt­flä­chen, bei denen die verschie­denen Parteien innerhalb fiktiver Konstel­la­tionen aufein­an­der­treffen.Das Leit­fra­gen­in­ter­view ist ein Werkzeug der quali­ta­tiven Sozi­al­for­schung und ermög­licht das Sammeln von verbalen Daten, die von einer ausge­prägten subjek­tiven Struktur durch­zogen sind. Vgl.: Strübing, J.: Quali­ta­tive Sozi­al­for­schung: Eine kompri­mierte Einfüh­rung für Studie­rende. München 2013. ↩︎

Fall­bei­spiel Kontakt­fläche:
Dialek­ti­scher Schall­schutz

Kontakt­sphäre des Vermitt­ler­raums: ein geteiltes Innen und Außen, Bild: Nora Schlöder

Am Beispiel der Kontakt­fläche zwischen Parteien A und B wird deutlich, dass sich selbst bei einer parti­ellen Über­ein­stim­mung der Bedürf­nisse nicht immer eine Schnitt­menge bilden lässt. Partei A möchte gerne an dem Leben der Nachbarn teilhaben und empfindet eine akus­ti­sche Belebung des Hauses als angenehm. Partei B hingegen legt großen Wert auf Ruhe und möchte sich akustisch abgrenzen. Da sich die Bedürf­nisse wider­spre­chen, gilt es, eine Kontakt­fläche zu entwerfen, die sich in Richtung der beiden Einheiten unter­schied­lich verhalten kann: Sie lässt Schall in die eine Richtung durch, blockiert ihn aber in die andere, um das jeweilige Schutz­be­dürfnis zu berück­sich­tigen. Dieses asym­me­tri­sche Schall­ver­halten wird durch in den Wand­quer­schnitt einge­las­sene One-Way-Sound-Tunnel5 ermög­licht, die aufgrund ihrer Mate­ri­al­ei­gen­schaften und Form­ge­bung gezielt eine einsei­tige Schall­über­tra­gung erlauben.Dabei handelt es sich um ein akus­ti­sches System, das Schall in einer Richtung hindurch­lässt und die Rück­wärts­über­tra­gung blockiert. ↩︎

Um eine direkte Schall­über­tra­gung zu vermeiden und den Wunsch nach Privat­sphäre von Partei B zu wahren – also keine ganzen Konver­sa­tionen mitver­folgt werden können –, wird das Bauteil um eine dämmende Schicht ergänzt, die den Schall­pegel in beide Rich­tungen glei­cher­maßen reduziert.

Natürlich sind die Bedürf­nisse der Parteien nicht ausschließ­lich asym­me­trisch. So teilen beide den Wunsch, eine Möglich­keit des direkten Zugangs zur Nach­bar­ein­heit zu haben – teils aus reinem Kontakt­be­dürfnis, teils aus prag­ma­ti­schem Bewusst­sein, dass es im Alter einen größeren Bedarf nach Hilfe und Kontakt geben könnte. Davon ausgehend, dass sich Nach­ba­rinnen und Nachbarn mit der Zeit näher­kommen und die Beziehung sich verändern wird, ist in der Kontakt­fläche ein Durchgang inte­griert, der sich aller­dings nur öffnen lässt, wenn beide Seiten es zulassen. Was mit Abspra­chen beginnt, kann sich durch alltäg­liche Zufälle und Begeg­nungen allmäh­lich zu einer selbst­ver­ständ­li­chen Offenheit entwi­ckeln.

Von der Kontakt­fläche zur Kontakt­sphäre

Ist die Kontakt­fläche noch stark bauteil­be­zogen oder sogar in gewisser Weise zwei­di­men­sional angelegt – ihre tech­ni­sche Spezi­fi­ka­tion ließe sich im Bauteil­ka­talog als Sche­ma­schnitt durch den Schicht­aufbau des Bauteils beschreiben –, so entspricht es der Wohn­rea­lität doch eher, sie auch drei­di­men­sional als Kontakt­sphäre zu denken. In konven­tio­nellen Wohn­bauten beschränkt sich diese meist auf Trep­pen­haus, Eingangs­be­reich und mögli­cher­weise Balkone. In weniger konven­tio­nellen Wohn­formen umfasst sie auch Gemein­schafts­räume, gemein­schaft­liche Erschlie­ßungs­räume, Schalt­räume, Dach­ter­rassen und weitere Bereiche, die sich im Alltag gemein­schaft­lich nutzen lassen.

Besonders inter­es­sant oder heraus­for­dernd wird es, wenn dabei gewisse Unein­deu­tig­keiten oder hybride Raum­de­fi­ni­tionen und ‑nutzungen ins Spiel kommen. Eine Kontakt­sphäre kann in diesem Sinne als eine räumliche Erwei­te­rung der Kontakt­fläche betrachtet werden: Sie vermit­telt zwischen unter­schied­li­chen Bedürf­nissen und bildet eine Symbiose dieser. Denkbar ist auch eine Erwei­te­rung hinsicht­lich der Anzahl aufein­an­der­tref­fender Parteien. Während die Kontakt­fläche geome­trisch bedingt nur zwei Einheiten mitein­ander verbindet, bindet die Sphäre weitere Wohn­ein­heiten mit ein – und das sowohl in hori­zon­taler als auch in verti­kaler Anordnung. Entspre­chend erfordert der Entwurf einer Kontakt­sphäre weniger das Schichten, sondern vielmehr das Spiel mit der Über­la­ge­rung von Nutzungs­sze­na­rien und der Frage, wie sich die Sphäre zu den angren­zenden Einheiten verhalten sollte.

Kontakt­sphäre eines Bild­aus­schnitts: ein kleiner Einblick in das Leben der Anderen, der sich nur öffnen lässt, wenn beide Seiten es zulassen, Bild: Nora Schlöder

Fall­bei­spiel Kontakt­sphäre: Schalt-Küche

Eine oft disku­tierte, fast schon konven­tio­nelle Kontakt­sphäre ist die Küche. Überträgt man die Küche als Aufent­halts- und Begeg­nungsort auf andere Lebens­formen als Klein- oder Groß­fa­mi­lien – wie etwa auf Wohn­ge­mein­schaften –, zeigt sich ihre Skalier­bar­keit als Dreh- und Angel­punkt des gemein­schaft­li­chen Lebens innerhalb einer Wohnform. Sowohl gemein­sames Kochen als auch Essen gelten oft aufgrund der Kommu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­keit und der Wohl­fühl­at­mo­sphäre als beliebte Grup­pen­ak­ti­vität6.Vgl. Surmann, A: Die Küche als Ausdruck von Gesell­schafts­bil­dern, in: Kunst​texte​.de 2010.1, https://​doi​.org/​1​0​.​4​8​6​3​3​/​k​s​t​t​x​.​2​0​1​0.1 ↩︎

Doch treffen auch hier viele erlernte Ange­wohn­heiten und Vorlieben aufein­ander, die nicht immer problemlos harmo­nieren.7 Partei A erfreut sich an der Küche als Ort der Begegnung und möchte gele­gent­lich die Möglich­keit haben, mit Gästen kleine Küchen­partys zu feiern. Gleich­zeitig legt sie großen Wert auf Ordnung und Sauber­keit im eigenen Umfeld und sorgt sich, dass dieses Bedürfnis in einer geteilten Küche nicht immer ausrei­chend berück­sich­tigt wird. Partei B wiederum schätzt das gemein­same Essen in größerer Runde – Unordnung gehört dabei für sie bis zu einem gewissen Grad einfach dazu. Beim Kochen selbst genießt sie jedoch meist einen Moment der Ruhe und zieht es vor, dabei ungestört zu sein.So schei­terte z. B. das Modell des Einkü­chen­hauses an persön­li­chen Diffe­renzen und den verschie­denen mate­ri­ellen Situa­tionen der Bewoh­nenden. Vgl. Lihotzky, G.: Ratio­na­li­sie­rung im Haushalt, in: Das neue Frankfurt, Nr. 5, 1926 – 27, S. 120 – 123. ↩︎

Um diese Gewohn­heiten inein­ander zu verweben, nimmt die Küche als Vermitt­ler­raum verschie­dene räumliche Szenarien in sich auf. Das Grund­kon­zept basiert auf zwei neben­ein­ander gelegenen Küchen. Diese können räumlich getrennt, verbunden oder auch voll­ständig einer der beiden angren­zenden Einheiten zuge­spro­chen werden.8 Durch diese verän­der­baren Szenarien lassen sich nicht nur die wech­sel­haften Anfor­de­rungen verweben, sondern es bietet sich die Gele­gen­heit, die Gewohn­heiten und den Lebens­alltag der Bewoh­nenden mitein­ander in Wech­sel­wir­kung treten zu lassen. Die Wohn­ein­heiten können über die Küche zusam­men­ge­schaltet werden, jedoch lässt sich die Maßnahme jederzeit auch wieder zurück­nehmen und einschränken.In allen Schalt­sze­na­rien verbleibt die Möglich­keit der gleich­zei­tigen Nutzung durch beide Parteien, je nach Szenario in erwei­terter oder redu­zierter Form. Die minimale Haupt­funk­tion des Kochens ist zu jedem Zeitpunkt erfüllt, da die Sphäre Bedürf­nisse vermit­teln und nicht konfron­tieren soll. ↩︎

Neubezug

Die Gestal­tung von Kontakt­flä­chen und Kontakt­sphären entlang indi­vi­du­eller Wohn­be­dürf­nisse führt zu sehr spezi­fi­schen räum­li­chen Situa­tionen, die sich in ihren Wech­sel­wir­kungen deutlich von normierten Raum­be­zie­hungen unter­scheiden. Bei einem Neubezug dieser Räume stellt sich die Frage, wie sich das Leben in einer vermeint­lich fremden Wohn­vor­stel­lung gestaltet. Deshalb ist es wichtig, dass die Eigen­schaften der Kontakt­fläche bei der Suche nach passender Nachmiete deutlich kommu­ni­ziert werden – sodass erkennbar wird, was sie kann, was sie nicht kann und somit klar wird, für wen sie geeignet ist und für wen nicht. Dies setzt natürlich ein gewisses Maß an Varianz und Freiheit in der Wohnungs­suche voraus. Der verblei­benden, viel­leicht berech­tigten Skepsis kann entgegnet werden, dass auch das Normative – ange­sichts der Vielfalt indi­vi­du­eller Wohn­vor­stel­lungen – Anpassung und Kompro­misse verlangt. Solche Anpas­sungen gehören zum Wohnalltag und sind Teil unserer gelernten Gewohn­heiten.

Nora Schlöder (*1998) studierte Archi­tektur an der RWTH Aachen und ist bei RKW+ tätig. Im Rahmen ihrer Master­thesis Parameter der Wohn­flä­chen­ver­dich­tung im Einfa­mi­li­en­haus­be­stand unter Beachtung spezi­fi­scher Wohn­n­ar­ra­tive unter­suchte sie das Aufein­an­der­treffen spezi­fi­scher Wohn­be­dürf­nisse und setzte sich mit den entste­henden Kontakt­flä­chen ausein­ander.

Marius Helten (*1986) schloss sein Archi­tek­tur­stu­dium nach Aufent­halten in Aachen und Tokio an der ETH Zürich ab. Er arbeitet heute in Tokio und Berlin und ist seit 2022 wissen­schaft­li­cher Mitar­beiter am Lehrstuhl für Wohnbau der RWTH Aachen. Er ist Mitgründer von Film Based Research und dem Projekt Video­wohnen.

  1. Kenkmann, Tanja et al.: Flächen­spa­rend Wohnen, Ener­gie­ein­spa­rung durch Suffi­zi­enz­po­li­tiken im Hand­lungs­feld „Wohn­fläche“, Umwelt­bun­desamt, 2018. ↩︎
  2. Mit dem Rema­nenz­ef­fekt wird das Phänomen beschrieben, dass ältere Personen auch nach dem Auszug ihrer Kinder in ihren großen Wohnungen wohnen bleiben. Vgl.: Ammann, I. / Müther, A.: Wohn­ei­gen­tums­bil­dung und Wohn­flä­chen­ver­brauch, BBSR-Analysen Kompakt 14, 2022. ↩︎
  3. Walters­ba­cher, M. / Neubrand, E. / Schürt, A., Bundes­in­stitut für Bau‑, Stadt- und Raum­for­schung (Hrsg.): Künftige Wohnungs­leer­stände in Deutsch­land: regionale Beson­der­heiten und Auswir­kungen, Stand Oktober 2019. ed. Bundes­in­stitut für Bau‑, Stadt- und Raum­for­schung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raum­ord­nung (BBR), Bonn 2020. ↩︎
  4. Das Leit­fra­gen­in­ter­view ist ein Werkzeug der quali­ta­tiven Sozi­al­for­schung und ermög­licht das Sammeln von verbalen Daten, die von einer ausge­prägten subjek­tiven Struktur durch­zogen sind. Vgl.: Strübing, J.: Quali­ta­tive Sozi­al­for­schung: Eine kompri­mierte Einfüh­rung für Studie­rende. München 2013. ↩︎
  5. Dabei handelt es sich um ein akus­ti­sches System, das Schall in einer Richtung hindurch­lässt und die Rück­wärts­über­tra­gung blockiert. ↩︎
  6. Vgl. Surmann, A: Die Küche als Ausdruck von Gesell­schafts­bil­dern, in: Kunst​texte​.de 2010.1, https://​doi​.org/​1​0​.​4​8​6​3​3​/​k​s​t​t​x​.​2​0​1​0.1 ↩︎
  7. So schei­terte z. B. das Modell des Einkü­chen­hauses an persön­li­chen Diffe­renzen und den verschie­denen mate­ri­ellen Situa­tionen der Bewoh­nenden. Vgl. Lihotzky, G.: Ratio­na­li­sie­rung im Haushalt, in: Das neue Frankfurt, Nr. 5, 1926 – 27, S. 120 – 123. ↩︎
  8. In allen Schalt­sze­na­rien verbleibt die Möglich­keit der gleich­zei­tigen Nutzung durch beide Parteien, je nach Szenario in erwei­terter oder redu­zierter Form. Die minimale Haupt­funk­tion des Kochens ist zu jedem Zeitpunkt erfüllt, da die Sphäre Bedürf­nisse vermit­teln und nicht konfron­tieren soll. ↩︎
Kontakt­fläche des dialek­ti­schen Schall­schutzes: auf einer Seite hellhörig und auf der anderen Seite „taub“, Bild: Nora Schlöder
Kontakt­sphäre des Vermitt­ler­raums: ein geteiltes Innen und Außen, Bild: Nora Schlöder
Kontakt­sphäre eines Bild­aus­schnitts: ein kleiner Einblick in das Leben der Anderen, der sich nur öffnen lässt, wenn beide Seiten es zulassen, Bild: Nora Schlöder