Die Urhütte hatte keine Türen
Vom binären zum mehrwertigen Bauteil
Wenige Handlungen sind so selbstverständlicher Teil des Alltags wie das Öffnen und Schließen einer Tür. Durch ihre Funktionsweise prägt sie maßgeblich die kollektive Aushandlung von Raum und dessen Zugänglichkeit. Doch ist die Tür in ihrer heutigen, binären Erscheinungsform tatsächlich alternativlos? Robert Saat untersucht in seinem Beitrag, inwieweit das gedankliche Modell ihrer Funktion unter Einbeziehung einer mehrwertigen Logik, wie sie bereits von Doris und Ralph Thut in die Architektur integriert wurde, erweitert werden kann.

Vermutlich begegnet jeder Mensch im Leben irgendwann einer Tür, für gewöhnlich sogar mehrmals am Tag. An Türen verhandeln sich die Grenzen unseres alltäglichen Zusammenlebens. Sie bilden den Bruch innerhalb physischer Grenzen und vermitteln zwischen dem Innen und Außen unterschiedlicher Sphären. Diese Eigenschaft lässt darauf schließen, dass sie nicht nur rein funktionale Bauelemente, sondern auch politische und kulturelle Bedeutungsträgerinnen – somit soziale Artefakte – sind. Demnach könnten sich in der Funktionalität und architektonischen Ausbildung von Türen Wertvorstellungen und Machtgefüge über Raum manifestieren, so wie sich Architektur als materieller Ausdruck vorherrschender Weltbilder beschreiben lässt.1Vgl. Ditterich, J. / Thut, D. / Thut, R.: KAWASAKI, Concept-Design for an Intelligent Plaza. Issue 1, SEC Series. Institut für polykontexturale Architektur (I‑PCA), München 2007, S. 8. ↩︎
Spiegelt man zentrale Imperative der kapitalistischen Gesellschaft – wie Sicherheit, Eigentum und Effizienz – auf die zeitgenössische Türproduktion, fällt, wenig verwunderlich, eine hohe Kompatibilität ihrer physischen Eigenschaften mit diesen auf. In technischen Applikationen wie dem automatischen Türschließer, Absenkdichtungen oder Fünffachverriegelungen materialisieren sich derartige Ordnungen und verfestigen sich unscheinbar im Alltag ihrer Nutzenden. Sie reproduzieren sich damit als Habitus und werden internalisiert, wodurch sich die Form ihrer Funktionalität in soziale Routinen einschreibt. Weite Felder der zeitgenössischen Forschung richten ihre Aufmerksamkeit auf etablierte Eigenschaften dieses Bauteils, um eine effizientere oder intuitivere Nutzung zu ermöglichen.2 Dies mag zuweilen nahezu in seiner physischen Auflösung münden – wie beispielsweise bei automatisierten Flughafentüren, die den physischen Kontakt auskürzen – stellt jedoch das Konzept des binären Wechselspiels zwischen räumlicher Inklusion und Exklusion nicht in Frage.3 Vielmehr scheinen bereits markierte Trennlinien durch verbesserten Schallschutz, effizientere Kontrolle oder präzisere Durchwegung immer schärfer und weniger permeabel gezogen zu werden.Vgl. Son, JY / Bae, YH / Kim, YC / Oh, RS / Hong, WH / Choi, JH: Consideration of the Door Opening Process in Pedestrian Flow, Experiments on Door Opening Direction, Door Handle Type, and Limited Visibility. Sustainability, 2020. doi: 12. 8453. 10.3390/su12208453; oder Chang SK / Drury CG: Task demands and human capabilities in door use. In: Appl Ergon 38(3), 2007, S. 325 – 335. doi: 10.1016/j.apergo.2006.04.023. PMID: 16765902. ↩︎Sie wirken eher wie das Epitom von Grenzziehung. ↩︎

Im Grunde könnte die Tür als Konzept zur Verhandlung der Schwelle sogar obsolet sein: Die Urhütte hatte keine Türen – Architektur käme, zumindest in ihrem Ursprung nach Laugier und Vitruv, wohl auch ohne sie aus.4 So haben beispielsweise die Häuser im indischen Dorf Shani Shingnapur seit mehr als 300 Jahren keine Türen, was auf einer gemeinsamen religiösen Erzählung beruht.5 Auch in einigen Langhäusern Melanesiens werden Türen als räumliches Kontrollinstrument durch regulierende Mechanismen innerhalb sozialer Strukturen oder auf Grundlage einer mythologischen Erzählung und Gesellschaftsordnung ersetzt.6 Traditionelle Iglus der Inuit werden ohne Tür errichtet und halten dennoch ein hohes Temperaturgefälle zwischen Innen und Außen aufrecht.7Die vitruvianische Urhütte auf Charles Eisens berühmten Frontispiz für Laugiers „Essai sur l’architecture“ (1755) besteht aus Stützen und einem Dach. ↩︎Vgl. Hajra, S.: The Indian town with no doors. BBC Travel, 2018. Online verfügbar: https://www.bbc.com/travel/article/20180827-the-indian-town-with-no-doors (15.10.2025). ↩︎Vgl. Kaitilla, S.: Privacy and Crowding Concepts in Melanesia, The Case of Papua New Guinea. Habitat International, 21(3), 1997, S. 321 – 335; oder vgl. Hirschbichler, M.: Totale Architektur – Opposition und Integration im Langhaus der Gogodala. In: GROSS – Dinge, Deutungen, Dimensionen, 2025. Online verfügbar: https://gross.mkb.ch/gross/de/totale-architektur.html (15.10.2025). ↩︎Vgl. Kershaw, G.P. et al.: The shelter characteristics of traditional-styled Inuit snow houses. Arctic, 49(4), 1996, S. 328 – 338. Online verfügbar: http://www.jstor.org/stable/40512018 (15.10.2025). ↩︎
Zugegeben: Die Beispiele mögen in ihrem Maßstab vergleichsweise kleine Gebilde innerhalb weitestgehend geschlossener, homogener Gemeinschaften sein. Dies hält jedoch nicht von dem Schluss ab, dass die Tür per se nicht zur Notwendigkeit für das menschliche Zusammenleben erklärt werden kann. Auch die frühe Moderne versuchte sich bereits ausgiebig an ihrem Verzicht – wenn auch möglicherweise nicht aus dem Wunsch kollektiver Durchlässigkeit, sondern im Glauben an das autonome Individuum. Die Tür kann also durchaus ihre Rolle als physischer Akteur verlieren, sei es durch soziale Konstruktionen oder alternative Technologien8. Folglich ist auch das alltägliche Verhalten in Bezug auf sie nicht festgeschrieben und damit wandelbar. Es scheint jedoch erst einmal leichter, sich ein Ende der Welt vorzustellen als ein Ende der Tür.9Vgl. Latour, B.: Where are the missing masses? The sociology of a few mundane artifacts. In: W.E. Bijker / J. Law, Hrsg.: Shaping Technology / Building Society. Studies in Sociotechnical Change. Cambridge, MA 1992, S. 225 – 258. ↩︎In Memoriam Jameson, F.: The Seeds of Time. New York 1994; und Fisher, M.: Capitalist Realism. Winchester 2009. ↩︎
Über die Perspektive

Was aber lässt sich von dieser theoretischen Übung zur Tür praktisch ableiten? Ausgehend von der Annahme, dass die Folgen begrenzter Ressourcen, des Klimawandels und der Umweltzerstörung eine Transformation unseres Zusammenlebens erfordern werden, lässt sich folgern, dass auch unser Verhalten gegenüber Türen — als politisierte Objekte — einer Veränderung unterliegen müsste.10 Hierzu lassen sich vermutlich nicht durch die bloße Abfrage einer Gewohnheit oder die effektive Entwicklung eingeübter Praktiken neue Umgangs- und Verhandlungsformen von Raum ableiten, da, wie zuvor festgestellt, in den Gepflogenheiten um sie herum bereits gewisse Werte sedimentiert sind. Diese sollen an dieser Stelle zumindest in Frage gestellt werden, da sie offensichtlich nicht zu einer gesamtgesellschaftlich tragfähigen Verteilung von Wohnraum führen.11Einordnung: Dabei soll sich immer noch im Diskursraum des vorherrschenden Wirtschaftssystems und grundlegenden Formen des kapitalistischen Zusammenlebens bewegt werden. Gleichsam wird sich aber die Freiheit genommen, sich gewisse Ausweitungen an und Freiheiten von etablierten Besitzstrukturen zu erlauben. ↩︎Hier könnten diverse Beispiele genannt werden, siehe zum Beispiel den steigenden Flächenverbrauch pro Kopf bei gleichzeitiger Wohnraumknappheit, vgl. Pressemitteilung Nr. 041 des statistischen Bundesamts vom 29.6.2023. Online verfügbar: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_N041_31.html (15.10.2025). ↩︎
Wenn Türen in ihrer Rolle als Akteur durch soziale Strukturen geformt werden, sollte es wiederum auch möglich sein, Türen physisch zu konstruieren, die in der Lage sind, komplexe Formen und paradoxe Anforderungen des Zusammenlebens zu verhandeln. Ziehen wir hinzu, dass die Tür als Bauteil, wie wir es heute verstehen, durch andere Agenten ersetzt werden könnte und sich in ihrem jetzigen Zustand ein binäres Verständnis von Raum manifestiert, werden für eine erste Annäherung andere Erklärungsmodelle notwendig, um eine Skizze solcher (gegebenenfalls Nicht-)Türen zu umreißen. Im Folgenden sollen sich Wege der Herleitung aus einer von der Architektur fremden Disziplin, der Logik, angeeignet und nützlich gemacht werden.
Erste Übersetzungsversuche der Logik in die Architektur, wenn auch nicht konkret am Bauteil der Tür, finden sich im Werk von Doris und Ralph Thut, die wiederum auf Gotthard Günther und dessen Überlegungen zu einer mehrwertigen Logik rekurrieren.12 Die Ausführungen hier bauen auf dieser bemerkenswerten, wenn auch bisher in der Breite des Diskurses möglicherweise ungesehenen oder übersehenen Vorarbeit auf. Zudem soll es sich vielmehr um einen strukturellen beziehungsweise ideellen Transfer handeln als einer direkten Übersetzung logischer Operationen.13Vgl. Ditterich / Thut / Thut (s. Fn. 1), S. 8. ↩︎Anmerkung: Der Autor dieses Textes ist kein ausgebildeter Logiker. ↩︎

Eine erste Formalisierung der Logik als Lehre des korrekten Folgerns und Schließens unternahm Aristoteles, der dafür logische Prinzipien aufstellte. Zu diesen zählten unter anderem der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch – keine Aussage kann gleichzeitig wahr oder falsch sein –, und der Satz des ausgeschlossenen Dritten – eine Aussage ist entweder wahr oder falsch, ein Drittes ist nicht gegeben. Die Synthese dieser Prinzipien ist ein zweiwertiges Denken, also in wahr und falsch kategorisierend, welches immer noch tief in unserer, jedenfalls westlichen, Betrachtung der Welt verankert ist. Versuchen wir dieses Prinzip auf die Form einer gewöhnlichen Tür anzuwenden, lässt sich feststellen, dass sich ihre maßgebenden Zustände, also offen oder geschlossen, sehr gut innerhalb dieser Zweiwertigkeit darstellen lassen.14 Es ist nicht zu erkennen, dass die binäre Kontemplation künftig obsolet werden wird15 und so hat sie auch Gedankenmodelle bemerkenswerter Komplexität hervor gebracht. Gotthard Günther bewertete die zweiwertige Logik nach Aristoteles jedoch als unzureichend und unternahm den Versuch, eine mehrwertige Logik beziehungsweise Polykontexturalität zu formulieren.Aufmerksam Lesende könnten nun einen Einwand haben: Zwischenzustände von halb-offen. Einen-Spalt-geöffnet usw. oder eine halbierte Tür bilden im Grunde aber nicht mehrere Zustände zugleich ab. Sie sind zwar gewissermaßen mehrwertig (intraklassisch), aber nicht unter dem Gesichtspunkt der mehrwertigen Logik nach Günther (trans-klassisch), wie sie im Folgenden interpretiert und angewendet werden soll. Für eine genauere Erläuterung: https://wohnbau.site/many-valued-doors (17.10.2025). ↩︎Folgt man Günther, dann werden wir gar bis „in alle Ewigkeit“ zweiwertig denken, vgl. Günther, G.: Die Theorie der mehrwertigen Logik. Berlin 1959, S. 15. ↩︎
„Jedes Einzelsubjekt begreift die Welt mit derselben klassischen Logik, aber es begreift sie von einer anderen Stelle im Sein. Die Folge davon ist: insofern, dass alle Subjekte die gleiche Logik benutzen, sind ihre Resultate gleich, insofern aber, als die Anwendung von unterschiedlichen ontologischen Stellen geschieht, sind ihre Resultate verschieden. Dieses Zusammenspiel von Gleichheit und Verschiedenheit in logischen Operationen wird durch die Stellenwert-Theorie der mehrwertigen Logik beschrieben. Die zusätzlichen Werte sind hier überhaupt nicht mehr Werte im klassischen Sinn (in diesem Sinn gibt es in der Tat nur zwei Werte), sie repräsentieren vielmehr die unterschiedlichen ontologischen Stellen, an denen zweiwertige Bewusstseinsoperationen auftreten können.“16Günther, G.: Das Problem einer Trans-klassischen Logik. In: J. Paul, Hrsg.: Vordenker.de, 2005. Zuerst veröffentlicht in: Sprache im technischen Zeitalter, Issue 16, 1965, S. 1287 – 1308. Online verfügbar: http://www.vordenker.de (15.10.2025). ↩︎

Zusammengefasst: In der Einordnung von Phänomenen ist immer der Kontext, in dem sich das betrachtende Subjekt beziehungsweise dessen Bewusstseinsraum befindet, heranzuziehen – oder anders ausgedrückt, der Ort, von dem aus diese Betrachtung erfolgt. Das geschieht bereits im täglichen sozialen Zusammenleben, in dem zwei Subjekte über ein Objekt sprechen. Beide Subjekte können zu unterschiedlichen Reflexionen über das Objekt gelangen und sich darüber austauschen – der Wahrheitswert, den ihm das Subjekt A zuweist, gilt aber nicht zwingend für Subjekt B und andersherum. Beide stehen für sich – wobei jedoch zu beachten ist, dass beide immer noch intra-kontextuell innerhalb einer zweiwertigen Logik bewerten. Verkürzt lässt sich dies auch als „place-value-logic“17 umschreiben, in der die unterschiedliche Perspektive auf einen Sachverhalt eine systemische Darstellung findet.Lorenz, K. / Grube, G.: Interview mit Heinz von Foerster, 1997. Online verfügbar: https://www.vordenker.de/hvf/kl_gg_hvf_interview.pdf (15.10.2025). ↩︎
Entlang der Öffnungslinie

Übertragen auf Türen würde dies bedeuten, dass sie – je nach Punkt der Betrachtung – unterschiedliche Zustände annehmen können müssten, also von einer Seite als „offen“, von der anderen als „geschlossen“ bewertet werden könnten (wie beispielsweise schon 1927 von Marcel Duchamp in der Rue Larrey und darauf aufbauend von Hermann Czech in seinem Wiener Atelier praktisch vorgeführt wurde). Dies steht zunächst in starkem Widerspruch zu ihrer postulierten binären Erscheinungsform und den daraus resultierenden Formen der kollektiven Raumverhandlung. Mehrwertige Türen müssten entsprechend auch eine andere Grammatik der Zugänglichkeit von Räumen und ihrer Konstellationen zur Folge haben. Sie würden schon rein rechnerisch eine deutlich höhere Kombinatorik von Stellungen und damit komplexere Szenarien der Zugänglichkeit nach sich ziehen. Solche Türen mögen zu Beginn Verwirrung oder gar Belustigung hervorrufen – ähnlich wie einst Drehtüren, die zusätzliches Personal benötigten18, um korrekt benutzt und in ihrer Funktion verstanden zu werden, heute aber selbstverständlich und ohne weitere Erklärung in den Alltag integriert sind. Wenn Theodor W. Adorno den Obentürschließer kritisiert, da er dazu führe, dass man verlerne, eine Tür behutsam zu schließen19, so müsste es ebenfalls möglich sein, anhand der Funktionsweise einer Tür ein bestimmtes Verhalten zu erlernen. Die Internalisierung in den Alltag macht die Tür also zu einem probaten Mittel, neue Verhandlungsarten von Raum einzuüben. Um den Kreis zu schließen: Man könnte nun bei genauerer Betrachtung versucht sein zu behaupten, dass eine größere Zahl binärer Türen oder rein organisatorischer Maßnahmen abseits der Tür eine ähnliche Wirksamkeit entfalten würden wie ein solches aller Voraussicht nach hoch technologisiertes Bauteil. Der Punkt ist an dieser Stelle jedoch ein anderer: Durch die Fokussierung auf ein singuläres, konkretes Objekt und seine selbstverständliche Alltagspräsenz würde vermutlich eine höhere Akzeptanz neuer Umgangsformen entlang der Öffnungslinie im Zusammenleben habitualisiert werden. Welche Geister jedoch mit dem Glauben an die technische Lösung eines genuin zwischenmenschlichen Problems gerufen werden, bleibt in ihrer Entwicklung stets abzuwägen.„Mercy me! What will I do?“, „Her First Revolving Door. A Mocking Messenger Boy Delights Himself at a Homespun Old Lady’s Expense.“, in: The New York Times, 12. Februar 1899. Online verfügbar: https://nyti.ms/4or45vU (17.10.2025). ↩︎Adorno geht sogar so weit zu sagen, dass Türen, die zugestoßen werden müssen (Autotüren, Kühlschrank usw.), Anzeiger eines faschistischen Wesens seien, s. Adorno, T.W.: Minima Moralia, Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Frankfurt am Main 1973, S. 44. ↩︎
Robert Saat studierte Architektur in Siegen, Brüssel und Weimar und ist seit 2022 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wohnbau und Grundlagen des Entwerfens an der RWTH Aachen. In seiner Dissertation erforscht er die Rolle von Innentüren im Wohnungsbau unter Einbeziehung einer polykontexturalen Logik. Seit 2021 führt er gemeinsam mit Felix Schaller das Büro SAATSCHALLER in Leipzig.
- Vgl. Ditterich, J. / Thut, D. / Thut, R.: KAWASAKI, Concept-Design for an Intelligent Plaza. Issue 1, SEC Series. Institut für polykontexturale Architektur (I‑PCA), München 2007, S. 8. ↩︎
- Vgl. Son, JY / Bae, YH / Kim, YC / Oh, RS / Hong, WH / Choi, JH: Consideration of the Door Opening Process in Pedestrian Flow, Experiments on Door Opening Direction, Door Handle Type, and Limited Visibility. Sustainability, 2020. doi: 12. 8453. 10.3390/su12208453; oder Chang SK / Drury CG: Task demands and human capabilities in door use. In: Appl Ergon 38(3), 2007, S. 325 – 335. doi: 10.1016/j.apergo.2006.04.023. PMID: 16765902. ↩︎
- Sie wirken eher wie das Epitom von Grenzziehung. ↩︎
- Die vitruvianische Urhütte auf Charles Eisens berühmten Frontispiz für Laugiers „Essai sur l’architecture“ (1755) besteht aus Stützen und einem Dach. ↩︎
- Vgl. Hajra, S.: The Indian town with no doors. BBC Travel, 2018. Online verfügbar: https://www.bbc.com/travel/article/20180827-the-indian-town-with-no-doors (15.10.2025). ↩︎
- Vgl. Kaitilla, S.: Privacy and Crowding Concepts in Melanesia, The Case of Papua New Guinea. Habitat International, 21(3), 1997, S. 321 – 335; oder vgl. Hirschbichler, M.: Totale Architektur – Opposition und Integration im Langhaus der Gogodala. In: GROSS – Dinge, Deutungen, Dimensionen, 2025. Online verfügbar: https://gross.mkb.ch/gross/de/totale-architektur.html (15.10.2025). ↩︎
- Vgl. Kershaw, G.P. et al.: The shelter characteristics of traditional-styled Inuit snow houses. Arctic, 49(4), 1996, S. 328 – 338. Online verfügbar: http://www.jstor.org/stable/40512018 (15.10.2025). ↩︎
- Vgl. Latour, B.: Where are the missing masses? The sociology of a few mundane artifacts. In: W.E. Bijker / J. Law, Hrsg.: Shaping Technology / Building Society. Studies in Sociotechnical Change. Cambridge, MA 1992, S. 225 – 258. ↩︎
- In Memoriam Jameson, F.: The Seeds of Time. New York 1994; und Fisher, M.: Capitalist Realism. Winchester 2009. ↩︎
- Einordnung: Dabei soll sich immer noch im Diskursraum des vorherrschenden Wirtschaftssystems und grundlegenden Formen des kapitalistischen Zusammenlebens bewegt werden. Gleichsam wird sich aber die Freiheit genommen, sich gewisse Ausweitungen an und Freiheiten von etablierten Besitzstrukturen zu erlauben. ↩︎
- Hier könnten diverse Beispiele genannt werden, siehe zum Beispiel den steigenden Flächenverbrauch pro Kopf bei gleichzeitiger Wohnraumknappheit, vgl. Pressemitteilung Nr. 041 des statistischen Bundesamts vom 29.6.2023. Online verfügbar: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_N041_31.html (15.10.2025). ↩︎
- Vgl. Ditterich / Thut / Thut (s. Fn. 1), S. 8. ↩︎
- Anmerkung: Der Autor dieses Textes ist kein ausgebildeter Logiker. ↩︎
- Aufmerksam Lesende könnten nun einen Einwand haben: Zwischenzustände von halb-offen. Einen-Spalt-geöffnet usw. oder eine halbierte Tür bilden im Grunde aber nicht mehrere Zustände zugleich ab. Sie sind zwar gewissermaßen mehrwertig (intraklassisch), aber nicht unter dem Gesichtspunkt der mehrwertigen Logik nach Günther (trans-klassisch), wie sie im Folgenden interpretiert und angewendet werden soll. Für eine genauere Erläuterung: https://wohnbau.site/many-valued-doors (17.10.2025). ↩︎
- Folgt man Günther, dann werden wir gar bis „in alle Ewigkeit“ zweiwertig denken, vgl. Günther, G.: Die Theorie der mehrwertigen Logik. Berlin 1959, S. 15. ↩︎
- Günther, G.: Das Problem einer Trans-klassischen Logik. In: J. Paul, Hrsg.: Vordenker.de, 2005. Zuerst veröffentlicht in: Sprache im technischen Zeitalter, Issue 16, 1965, S. 1287 – 1308. Online verfügbar: http://www.vordenker.de (15.10.2025). ↩︎
- Lorenz, K. / Grube, G.: Interview mit Heinz von Foerster, 1997. Online verfügbar: https://www.vordenker.de/hvf/kl_gg_hvf_interview.pdf (15.10.2025). ↩︎
- „Mercy me! What will I do?“, „Her First Revolving Door. A Mocking Messenger Boy Delights Himself at a Homespun Old Lady’s Expense.“, in: The New York Times, 12. Februar 1899. Online verfügbar: https://nyti.ms/4or45vU (17.10.2025). ↩︎
- Adorno geht sogar so weit zu sagen, dass Türen, die zugestoßen werden müssen (Autotüren, Kühlschrank usw.), Anzeiger eines faschistischen Wesens seien, s. Adorno, T.W.: Minima Moralia, Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Frankfurt am Main 1973, S. 44. ↩︎





