Green Follows Function

Grüne Infra­struktur

„Grün“ ist ein essen­ti­elles Element bei verschie­denen aktuellen Stra­te­gien der Stadt­ent­wick­lung, wie der Klima­an­pas­sung, der wasser­sen­si­blen Stadt, der Biodi­ver­si­täts­för­de­rung oder der gesunden Stadt. Gleich­zeitig steigern das anhal­tende Bevöl­ke­rungs­wachstum und die innere Verdich­tung die Nutzungs­in­ten­sität in urbanen Frei­räumen. Dies trifft insbe­son­dere öffent­liche, aber auch private Grün­flä­chen – hier ist nun Multi­funk­tio­na­lität gefragt. Das Konzept „Urbane Grüne Infra­struktur“ versucht, die vielen Stränge ökolo­gi­scher, ökono­mi­scher und sozialer Aspekte zusam­men­zu­führen. Dabei stehen funk­tio­nale Aspekte stark im Vorder­grund, während die symbo­li­sche Dimension des Stadt­grüns bislang noch zu wenig beachtet wird, so Jörg Dettmar, Professor für Entwerfen und Frei­raum­pla­nung an der TU Darmstadt.

„Grüne Infra­struktur“ (GIS) ist immer noch ein relativ neues Konzept. In Wissen­schaft und Planung wird damit eine „ganz­heit­liche“ Sicht auf Natur und Land­schaft verbunden. Hier sollen ökolo­gi­sche, sozio­kul­tu­relle, ästhe­ti­sche und ökono­mi­sche Aspekte umfassend zusammen gedacht werden. Grüne Infra­struktur kann auf unter­schied­li­chen Maßstab­s­ebenen betrachtet werden: auf der inter­na­tio­nalen Ebene, beispiels­weise der EU (2013)1, der natio­nalen Ebene, zum Beispiel Deutsch­lands (2017)2, der der Bundes­länder oder Regionen, wie der Metropole Ruhr 20243 bis hin zu einzelnen Städten. Es geht dabei um den Schutz, die Entwick­lung und Gestal­tung unter­schied­li­cher Arten von „Grün“, hier benutzt als Sammel­be­griff für Land­schaften, Ökosys­teme, Grün­flä­chen oder Stadtgrün. Dabei wird versucht, die tradi­tio­nellen Themen und Aufgaben von Natur­schutz, Land­schafts­pla­nung, Frei­raum­pla­nung und Land­schafts­ar­chi­tektur weiter­zu­denken. Es geht aber vor allem auch um Lösungen für aktuelle Heraus­for­de­rungen durch den Klima­wandel, den Verlust an Biodi­ver­sität, steigende Gesund­heits­ri­siken und schwin­denden sozialen Zusam­men­halt in Städten. Das Ganze soll dann möglichst auch noch parti­zi­pa­tive Ansätze und trans­dis­zi­pli­näre Zugänge ermög­li­chen.4European Union: Green Infra­struc­ture (GI) – Enhancing Europe’s Natural Capital, 2013, https://​eur​-lex​.europa​.eu/​h​o​m​e​p​a​g​e​.​h​t​m​l​?​l​o​c​a​l​e​=en (3.7.24). ↩︎Bundesamt für Natur­schutz (BfN): Urbane Grüne Infra­struktur. Grundlage für attrak­tive zukunfts­fä­hige Städte, Bonn 2017. ↩︎Regio­nal­ver­band Ruhr (RVR): Strategie Grüne Infra­struktur Metropole Ruhr, 2024, https://​www​.rvr​.ruhr/​t​h​e​m​e​n​/​o​e​k​o​l​o​g​i​e​-​u​m​w​e​l​t​/​g​r​u​e​n​e​-​i​n​f​r​a​s​t​r​u​k​t​u​r​/​s​t​r​a​t​e​g​i​e​-​g​r​u​e​n​e​-​i​n​f​r​a​s​t​r​u​k​t​ur/ (3.7.24). ↩︎Stephan Pauleit et. al.: Grüne Infra­struktur und Land­schaft, in: Olaf Kühne, Frank Weber, Klaus Berr, Christian Jenal (Hg.), Handbuch Land­schaft, Wiesbaden 2024, S. 1119 – 1132. ↩︎

Lineares Grün wird in Zukunft kaum mehr reichen. Foto: Martina Nolte (CC-BY-SA‑3.0 de)

Das Konzept „grüne Infra­struktur“ entstand in den 1990er-Jahren in den USA auch als Reaktion auf die negativen Konse­quenzen des „urban sprawl“ für Natur und Land­schaft. Der Ansatz war, grüne Infra­struktur von vorn­herein in die Raum­ent­wick­lung und den Ausbau der grauen Infra­struktur zu inte­grieren und sich nicht darauf zu beschränken, isolierte Schutz­ge­biete für als wertvoll einge­stufte Natur auszu­weisen.5 Ein stra­te­gisch ausge­rich­teter Grund­ge­danke dabei ist, der tech­ni­schen „grauen Infra­struktur“ (Verkehr, Energie, Wasser, Infor­ma­tion) mit ihren Leis­tungen für das Funk­tio­nieren moderner Gesell­schaften eine „grüne Infra­struktur“ als ebenso wichtige Voraus­set­zung gleich­zu­stellen. Da es gesell­schaft­lich akzep­tiert ist, sehr viel Geld in graue Infra­struktur zu inves­tieren, besteht die Erwartung, dass, wenn die Leis­tungen der grünen Infra­struktur in der Gesell­schaft ausrei­chend bewusst sind, mehr finan­zi­elle Mittel für deren Entwick­lung und Erhaltung orga­ni­siert werden können. Gleich­zeitig ist damit die Hoffnung verbunden, dass neben der Aufrecht­erhal­tung der grauen auch die der grünen Infra­struktur stärker zur Pflicht­auf­gabe staat­li­cher Insti­tu­tionen wird. Das alles hat also viel mit einer ökono­mi­schen Annä­he­rung an die Natur zu tun.Ebenda. ↩︎

Deshalb ist grüne Infra­struktur auch eng mit dem theo­re­ti­schen Konzept der „Ökosys­tem­dienst­leis­tungen“ (ÖSD) verbunden. Der bereits in den 1980er-Jahren ange­dachte ÖSD-Ansatz wurde Anfang der 2000er-Jahre auf der Ebene der Vereinten Nationen durch das „Millenium Ecosystem Assess­ment“ befördert und in der Folge durch die von der G8 + 5 Staaten-Gruppe initi­ierte Studie „The Economics of Ecosys­tems and Biodi­ver­sity“6 (TEEB) weiter ausge­ar­beitet. Daraus entstanden eine Reihe natio­naler Programme, auch in Deutsch­land7. Inhalt­lich geht es darum, die viel­fäl­tigen Beiträge, die Ökosys­teme zum mensch­li­chen Wohl­ergehen leisten, zu iden­ti­fi­zieren, zu quan­ti­fi­zieren und ökono­misch möglichst monetär zu bewerten8. Auch hier steckt die Über­zeu­gung dahinter, dass dies in Politik und Gesell­schaft eine höhere Durch­set­zungs­kraft, beispiels­weise im Natur­schutz erzeugt. Es gibt aber auch deutliche Kritik, unter anderem wegen der ausschließ­lich anthro­po­zen­tri­schen Perspek­tive auf Natur, oder weil ästhe­ti­sche und symbo­li­sche Wert­schät­zungen von Natur sich kaum ökono­misch bewerten lassen.9TEEB: Main­strea­ming the Economics of Nature. A Synthesis of the Approach, Conclu­sions and Recom­men­da­tions of TEEB, 2010, https://​www​.teebweb​.org/​w​p​-​c​o​n​t​e​n​t​/​u​p​l​o​a​d​s​/​S​t​udy and Reports/​Reports/​Synthesis report/​TEEB Synthesis Report 2010.pdf (3.7.24). ↩︎UFZ – Natur­ka­pital Deutsch­land – TEEB: https://​www​.ufz​.de/​t​e​e​b​de/ (3.7.24). ↩︎Thomas Kirchhoff: Ökosys­tem­leis­tungen, in: Olaf Kühne, Frank Weber, Klaus Berr, Christian Jenal (Hg.), Handbuch Land­schaft, Wiesbaden 2024, S. 1147 – 1164. ↩︎Ebenda. ↩︎

Betrachtet man das nationale Konzept „Grüne Infra­struktur Deutsch­land“ (2017) genauer, ist aller­dings fest­zu­stellen, dass von dem beschrie­benen umfas­senden Ansatz kaum etwas zu erkennen ist. Hier besteht eine eindeutig klas­si­sche Natur­schutz­ori­en­tie­rung, mit Fokus auf biolo­gi­sche Vielfalt und bestimmte Ökosys­tem­leis­tungen. Es geht um das netz­ar­tige Zusam­men­führen von Flächen oder Räumen mit bundes­weiter Bedeutung für den Natur­schutz. Vergli­chen mit den Land­schafts- oder Verbund­kor­ri­doren sowie Biotop­ver­bund­sys­temen, die bereits im letzten Jahr­hun­dert vorge­schlagen wurden, reduziert sich hier sogar der Vernet­zungs­an­satz im Wesent­li­chen auf bereits geschützte Natur­vor­rang­flä­chen.

Etwas anders sieht es aus, wenn man den Ansatz der GIS für städ­ti­sche Räume betrachtet. Hier hat das Bundesamt für Natur­schutz 2017 eine plane­ri­sche Strategie zur Entwick­lung der urbanen grünen Infra­struktur erar­beiten lassen, die wesent­lich umfas­sender ist.10 „Urbane grüne Infra­struktur quali­fi­ziert Grün- und Frei­flä­chen in sozialer, ökolo­gi­scher und gestal­te­ri­scher Hinsicht und sichert eine ausrei­chende Quantität und gerechte Vertei­lung. Natür­liche Prozesse werden gefördert und grüne Infra­struktur so entwi­ckelt, dass entspre­chend dem lokalen Bedarf viel­fäl­tige Ökosys­tem­leis­tungen erbracht werden und die biolo­gi­sche Vielfalt geschützt wird“11.Rieke Hansen et. al.: Grüne Infra­struktur im urbanen Raum: Grund­lagen, Planung und Umsetzung in der inte­grierten Stadt­ent­wick­lung. BfN Schriften 503, 2018, https://​www​.bfn​.de/​s​i​t​e​s​/​d​e​f​a​u​l​t​/​f​i​l​e​s​/​B​f​N​/​s​e​r​v​i​c​e​/​D​o​k​u​m​e​n​t​e​/​s​k​r​i​p​t​e​n​/​s​k​r​i​p​t​5​0​3​.​pdf (3.5.22). ↩︎Bundesamt für Natur­schutz (BfN): Urbane Grüne Infra­struktur. Grundlage für attrak­tive zukunfts­fä­hige Städte, Bonn 2017. ↩︎

Bausteine eines Schwamm­stadt­kon­zepts – Wasser­be­cken mit Regen­was­ser­ver­si­cke­rungs­an­lage und Feucht­biotop, Malz­fa­brik Berlin, Foto: Malz­fa­brik, Matthias Friel

Seit 2015 sind in Deutsch­land in kurzer Folge verschie­dene nationale Konzepte und Programme für mehr Grün und/​oder Natur in der Stadt veröf­fent­licht worden. Dazu gehören „Grün in der Stadt – Für eine lebens­werte Zukunft“12, die „Urbane Grüne Infra­struktur“13 und der „Master­plan Stadt­natur“14. Gemein­sames Ziel ist, die Kenntnis und Akzeptanz, den Schutz und die weitere Entwick­lung der „Stadt­natur“ zu fördern, um sie besser in die Stadt­ent­wick­lung zu inte­grieren. Während „Grün in der Stadt“ und „Urbane Grüne Infra­struktur“ ein umfas­sender Ansatz von Stadt­natur zugrunde liegt, erfolgt im „Master­plan Stadt­natur“ ein gewisser Rück­schritt zu eher schmal­spu­rigen Natur­schutz­kon­zepten mit Fokus auf „Heimische Arten“15. Als aktuell letztes Konzept sind nun auch die „nature-based solutions“ bei der Stadt­natur ange­kommen.16 Natur­ba­sierte Lösungen sollen die natür­li­chen Eigen­schaften von Ökosys­temen nutzen, um die Auswir­kungen des Klima­wan­dels zu begrenzen, die biolo­gi­sche Vielfalt und die Umwelt­qua­lität zu verbes­sern und gleich­zeitig wirt­schaft­liche Akti­vi­täten und sozialen Wohlstand befördern.17 Bezogen auf die Stadt kann man darunter von der Gebäu­de­be­grü­nung über Schwamm­stadt­kon­zepte bis zur Pfle­ge­ex­ten­si­vie­rung in städ­ti­schen Grün­flä­chen nahezu alles unter­bringen. Die Vielzahl an Konzepten drückt vor allem den poli­ti­schen Hand­lungs­willen aus und sichert der Wissen­schaft Forschungs­themen, dem steht jedoch gegenüber, dass es etwas verwir­rend ist und die Kommunen kaum Ressourcen haben, in der prak­ti­schen Umsetzung überhaupt zu folgen.Bundes­mi­nis­te­rium für Umwelt, Natur­schutz, Bau und Reak­tor­si­cher­heit (BMUB): Weißbuch Stadtgrün. Grün in der Stadt – für eine lebens­werte Zukunft, 2015, https://​www​.bbsr​.bund​.de/​B​B​S​R​/​D​E​/​v​e​r​o​e​f​f​e​n​t​l​i​c​h​u​n​g​e​n​/​m​i​n​i​s​t​e​r​i​e​n​/​b​m​u​b​/​v​e​r​s​c​h​i​e​d​e​n​e​-​t​h​e​m​e​n​/​2​0​1​5​/​g​r​u​e​n​b​u​c​h​-​2​0​1​5​.​h​tml (11.9.24) und 2017, https://​www​.bbsr​.bund​.de/​B​B​S​R​/​D​E​/​v​e​r​o​e​f​f​e​n​t​l​i​c​h​u​n​g​e​n​/​m​i​n​i​s​t​e​r​i​e​n​/​b​m​u​b​/​v​e​r​s​c​h​i​e​d​e​n​e​-​t​h​e​m​e​n​/​2​0​1​7​/​w​e​i​s​s​b​u​c​h​-​s​t​a​d​t​g​r​u​e​n​.​h​tml (11.9.24). ↩︎Rieke Hansen et. al.: Grüne Infra­struktur im urbanen Raum (wie Fn 10). ↩︎Bundes­mi­nis­te­rium für Umwelt, Natur­schutz, nukleare Sicher­heit und Verbrau­cher­schutz (BMUV): Master­plan Stadt­natur – Maßnah­men­pro­gramm der Bundes­re­gie­rung für eine lebendige Stadt, https://​www​.bmuv​.de/​f​i​l​e​a​d​m​i​n​/​D​a​t​e​n​_​B​M​U​/​D​o​w​n​l​o​a​d​_​P​D​F​/​N​a​t​u​r​s​c​h​u​t​z​/​m​a​s​t​e​r​p​l​a​n​_​s​t​a​d​t​n​a​t​u​r​_​b​f​.​pdf (20.11.22). ↩︎Christine Müller: Der „Master­plan Stadt­natur“ ist ein poli­ti­scher Stra­te­gie­wechsel. Das „Stadtgrün“ und die „grüne Infra­struktur“ haben ausge­dient, in: Neue Land­schaft, 7, 2019, S. 8 – 9. ↩︎Deutsche Gesell­schaft für Garten­kunst und Land­schafts­kultur (DGGL): Stadt als Natur. Natur­ba­sierte Lösun­gen/­Na­ture-based Solutions, Röbel/​Müritz 2022. ↩︎Euro­päi­sche Kommis­sion (Gene­ral­di­rek­tion Forschung und Inno­va­tion): CORDIS results pack on nature-based solutions, Publi­ca­tions Office 2020, https://​data​.europa​.eu/​d​o​i​/​1​0​.​2​8​3​0​/​4​0​286 (3.7.22). ↩︎

Der Aufwand ist erheblich – Pflege der Gebäu­de­be­grü­nung mit ungefähr 800 Bäumen und 20.000 anderen Pflanzen. Bosco Verticale, Boeri Studio, Mailand 2007 – 2014. Foto: Laura Cionci

Da das Konzept „Urbane Grüne Infra­struktur“ sehr gut ausge­ar­beitet ist und Hand­lungs­emp­feh­lungen für Städte liefert, macht es Sinn, dies etwas genauer zu betrachten. Es ist unstrittig, dass die Entwick­lung der grünen Infra­struktur vor allem in Städten und Ballungs­räumen mit ausge­dehnten Stadt­land­schaften in Zukunft eine stärkere Rolle spielen muss. Das „Grün“ ist ein essen­ti­elles Element bei den Stra­te­gien für Klima­an­pas­sung, Schwamm­stadt, Biodi­ver­sität, Gesund­heits­vor­sorge und Attrak­ti­vität städ­ti­scher Freiräume. Gleich­zeitig verur­sa­chen das anhal­tende Bevöl­ke­rungs­wachstum und zuneh­mende innere Verdich­tung in vielen Städten eine steigende Nutzungs­in­ten­sität der urbanen Freiräume, insbe­son­dere der öffent­li­chen Grün­flä­chen. Deshalb braucht es die Entwick­lung „multi­funk­tio­naler Grün­flä­chen“, die den viel­fäl­tigen Anfor­de­rungen und Aufgaben gewachsen sind. Außerdem soll das Stadtgrün auch an Straßen und Gebäuden zunehmen. All dem versucht der Ansatz der „Urbanen Grünen Infra­struktur“ gerecht zu werden – und man will damit die vielen Stränge ökolo­gi­scher, ökono­mi­scher und sozialer Aspekte zusam­men­führen.

Realis­tisch betrachtet ist dies alles aber auch sehr kosten­in­tensiv in Planung, Koor­di­na­tion, Ausfüh­rung und vor allem Pflege des Grüns. In vielen Städten fehlen dafür ausrei­chende finan­zi­elle und perso­nelle Ressourcen, insbe­son­dere bei den Grün­flä­chen­äm­tern, was eine Diskre­panz zwischen Anspruch und Wirk­lich­keit zeigt.18 Genau deswegen hofft man ja, dass die Konzepte „grüne Infra­struktur“ und Ökosys­tem­leis­tungen die ökono­mi­schen Bedin­gungen verbes­sern. Neben den fehlenden Finanz­mit­teln hemmen die tradi­tio­nelle Ämter­zu­stän­dig­keit und Kame­ra­listik, die wir vor über hundert Jahren einge­führt haben, den anspruchs­vollen Ansatz einer ganz­heit­li­chen grünen Infra­struktur. Wenn bei multi­funk­tio­nalem Stadtgrün für Klima­an­pas­sung an Straßen die Zustän­dig­keiten zwischen Stra­ßen­ver­wal­tung, Stadt­ent­wäs­se­rung, weiterer Infra­struk­tur­träger, Grün­flä­chenamt und Stadt­rei­ni­gung geklärt werden müssen, ist dies aufwendig und stellt oft genug alte System­zu­stän­dig­keiten in Frage.Stefan Jakob, Sandra Heidmann: Wachsende Stadt mit stagnie­renden Mitteln, in: Stadt+Grün, 6, 2018, S. 11 – 15. ↩︎

Hinzu kommen noch weitere neue Anfor­de­rungen, etwa bei der in der GIS-Strategie wichtigen Einbe­zie­hung aller privaten Frei­flä­chen und Gebäude in den Städten. Ziel­ge­rich­tete Entwick­lungen für die Klima­an­pas­sung mit Entsie­ge­lungen, Dach- und Fassa­den­be­grü­nungen oder Baum­pflan­zungen lassen sich im Bestand kaum ordnungs­recht­lich durch­setzen. Es braucht viel Über­zeu­gungs­ar­beit und Förder­gelder, die wiederum auch erheb­liche perso­nelle Ressourcen in den öffent­li­chen Verwal­tungen voraus­setzen. Dies scheint mir einer der entschei­denden Gründe zu sein, warum den stra­te­gi­schen Über­le­gungen der grünen Infra­struktur bislang kaum plane­ri­sche Konzepte oder gar prak­ti­sche Umset­zungen in den deutschen Städten gegen­über­stehen. Natürlich gibt es eine Reihe von Einzel­pro­jekten in den Städten, die dem Ausbau grüner Infra­struktur zuge­ordnet werden, aber das ist nicht der eigent­lich notwen­dige umfas­sende Ansatz.

Zumindest auf regio­naler Ebene liegt aktuell eine ausge­ar­bei­tete Strategie für das Ruhr­ge­biet („Metropole Ruhr“) vor.19 Es ist ein ambi­tio­nierter Ansatz des Regio­nal­ver­band Ruhr, der dem ganz­heit­li­chen Gedanken der GIS gerecht zu werden versucht. Ob es aber gelingen wird, in den zuge­hö­rigen 53 Kommunen die entspre­chenden Projekte zu bündeln oder zu initi­ieren und Förder­zu­gänge zu schaffen, wird sich zeigen. Ernst genommen, erfordert der Prozess eine sehr anspruchs­volle Steuerung und Beratung, bei der dann auch eine Vielzahl von Planungs­in­stru­menten koor­di­niert werden muss. Inter­es­sant ist auch, dass in der Strategie viel von Funk­tionen der GIS die Rede ist, dabei aber die spezi­fi­sche Charak­te­ristik und Herkunft des Ruhr­ge­biets als urbane Indus­trie­land­schaft, also das Allein­stel­lungs­merkmal, kaum eine Rolle spielt. Demge­gen­über werden allge­meine und univer­sell anwend­bare Begriffe wie „Stadt, Zwischen­stadt und Land­schaft“ als Raum­ka­te­go­rien verwendet. Aus meiner Sicht ist es sympto­ma­tisch, dass der funk­tio­nale Zugang zum „Grün“ die wichtige symbo­li­sche und nicht mate­ri­elle Ebene von Natur und Land­schaft hier vernach­läs­sigt.Regio­nal­ver­band Ruhr (RVR): Strategie Grüne Infra­struktur Metropole Ruhr, 2024, https://​www​.rvr​.ruhr/​t​h​e​m​e​n​/​o​e​k​o​l​o​g​i​e​-​u​m​w​e​l​t​/​g​r​u​e​n​e​-​i​n​f​r​a​s​t​r​u​k​t​u​r​/​s​t​r​a​t​e​g​i​e​-​g​r​u​e​n​e​-​i​n​f​r​a​s​t​r​u​k​t​ur/ (3.7.24). ↩︎

Die symbo­li­sche Ebene der grünen Infra­struktur

Inte­gra­tion der spontanen Vege­ta­tion im Land­schafts­park Duisburg-Nord, Foto: Pohl / Grüßen, EGHN

Was mit Stadt­natur gemeint ist, sollte man aufgrund der Bedeu­tungs­viel­falt des Begriffs „Natur“ versuchen, genauer zu defi­nieren. Hierzu gab es bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren intensive Diskurse, als in der Folge der Umwelt­be­we­gung auch „mehr Natur in der Stadt“ gefordert wurde.20 Es lohnt auch heute noch, die Beiträge von Gerhard Hard21, Ulrich Eisel22 und Ludwig Trepl23 zu lesen, in denen die viel­fäl­tigen Sprach­ver­wir­rungen, Konfu­sionen und die Vermi­schung von Bedeu­tungs­ebenen, wenn es um Natur, Land­schaft und Stadt geht, deutlich werden. Schaut man sich den umfas­senden TEEB Bericht „Ökosys­tem­leis­tungen der Stadt­natur“ von 2016 an, findet man eine entspre­chend natur­wis­sen­schaft­lich fokus­sierte Defi­ni­tion von Stadt­natur als „die Gesamt­heit der in urbanen Gebieten vorkom­menden Natur­ele­mente einschließ­lich ihrer funk­tio­nalen Bezie­hungen (Ökosys­teme)“24. Es wurde bereits erwähnt, dass das Konzept der Ökosys­tem­dienst­leis­tungen bei der grünen Infra­struktur eine wichtige Rolle spielt. Zentral dabei ist, dass „Natur“ in Hinblick auf all ihre gesell­schaft­li­chen Bedeu­tungen und Werte als Ökosystem gedacht wird.25 Ästhe­ti­sche Quali­täten und symbo­li­sche Bedeu­tungen von Natur lassen sich aber nicht „ökolo­gisch“ beschreiben. Menschen haben eine emotio­nale Beziehung zu dem, was sie als Natur wahr­nehmen, die nichts mit natur­wis­sen­schaft­lich beschrie­benen Ökosys­temen zu tun hat. Der Versuch, dem gerecht zu werden, indem man „kultu­relle Ökosys­tem­leis­tungen“ konstru­iert, ist deshalb zum Scheitern verur­teilt.Michael Andritzky, Klaus Spitzer: Grün in der Stadt, Reinbek 1982. ↩︎Gerhard Hard: Städ­ti­sche Rasen, herme­neu­tisch betrachtet. Ein Kapitel aus der Geschichte der Verleug­nung der Stadt durch die Städter, in: Klagen­furter Geogra­phi­sche Schriften, 1985, S. 29 – 52;
G. Hard, Frank Krucke­meyer: Die vielen Stadt­na­turen. Über Natur­schutz in der Stadt, in: Thomas Koenigs (Hg.): Stadt-Parks. Urbane Natur in Frankfurt am Main, Campus 1994, S. 60 – 69. ↩︎
Ulrich Eisel: Die schöne Land­schaft als kritische Utopie oder als konser­va­tives Relikt, in: Soziale Welt, 38 / 2, 1982, S. 157 – 168; U. Eisel: Tabu Leit­kultur, in: Natur und Land­schaft, 9 / 1, 2003, S. 409 – 417;
U. Eisel: Natur­bilder sind keine Bilder aus der Natur. Orien­tie­rungs­fragen an der Naht­stelle zwischen subjek­tivem und objek­tivem Sinn, in: GAIA, 13 / 2, 2004, S. 92 – 98. ↩︎
Ludwig Trepl: Stadt – Natur / Stadt­natur – Natur in der Stadt – Stadt und Natur, in: Stadt­er­fah­rung-Stadt­ge­stal­tung. Bausteine zur Human­öko­logie, Deutsches Institut für Fern­stu­dien an der Univer­sität Tübingen, 1988, S. 58 – 70; L. Trepl: Natur in der Stadt, in: Deutscher Rat für Landes­pflege (Hg.), Natur in der Stadt, 61, 1992, S. 30 – 32. ↩︎Ingo Kowarik, Robert Bartz, Mirijam Brenk (Hg.): Ökosys­tem­leis­tungen in der Stadt. Gesund­heit schützen und Lebens­qua­lität erhöhen. Natur­ka­pital Deutsch­land – TEEB, Berlin, Leipzig 2016, https://​www​.ufz​.de/​e​x​p​o​r​t​/​d​a​t​a​/​g​l​o​b​a​l​/​1​9​0​5​0​8​_​T​E​E​B​_​D​E​_​S​t​a​d​t​b​e​r​i​c​h​t​_​L​a​n​g​f​a​s​s​u​n​g​.​pdf (10.4.22). ↩︎Thomas Kirchhoff: Ökosys­tem­leis­tungen (wie Fn 8). ↩︎

Der Ansatz der „Urbanen Grünen Infra­struktur“ ist konzep­tio­nell weiter gefasst, hier sind kultu­relle Aspekte des Grüns, ästhe­ti­sche und soziale Dimen­sionen einbe­zogen. Aller­dings kann man den Eindruck gewinnen, dass auch dies vorwie­gend als funk­tio­naler Mehrwert in Hinblick auf psychi­sche Gesund­heit und Lebens­qua­lität der Stadt­be­woh­ne­rinnen und ‑bewohner verstanden wird. Die Anlage von städ­ti­schen Grün­flä­chen hat rück­bli­ckend mit harmo­ni­schen Natur­bil­dern seit der Indus­tria­li­sie­rung auch immer kompen­sa­to­ri­sche Funk­tionen, um das schlechte Gewissen wegen der Zerstö­rung der Land­schaft vor der Stadt zu beruhigen.26 Mit der Forderung nach mehr Natur in der Stadt wird seit der Umwelt­be­we­gung der 1980er-Jahre auch auf die mögliche Vielfalt städ­ti­scher Lebens­räume für Pflanzen und Tiere verwiesen. Natur­nä­here Grün­an­lagen und verwil­derte Flächen sollen für mehr Biodi­ver­sität und Natur­ge­nuss in der Stadt sorgen. Dies hat aber Grenzen und Akzep­tanz­pro­bleme: Wild wachsende Spon­tan­ve­ge­ta­tion, „Unkraut“ auf den städ­ti­schen Brachen und weniger intensiv gepflegte Grün­flä­chen symbo­li­sieren nicht die „harmo­ni­sche Natur“, sondern sind Ausdruck der Stadt und wirken aufgrund einer nicht kontrol­lierten Dynamik für viele eher bedroh­lich.Ulrich Eisel: Die schöne Land­schaft als kritische Utopie oder als konser­va­tives Relikt, in: Soziale Welt, 38 / 2, 1982, S. 157 – 168. ↩︎

Die Imitation des spontanen Grüns – High Line Park in New York, USA. Foto: Acro­terion (CC-BY-SA‑4.0)

Inter­es­sant ist, dass Spon­tan­ve­ge­ta­tion auch zum Gegen­stand gärt­ne­ri­scher Kulti­vie­rung wird. Es gab verschie­dene Ansätze für „Ruderal­parks“ wie im Land­schafts­park Duisburg Nord27, wo eine Inte­gra­tion der Ruderal­ve­ge­ta­tion in das land­schafts­ar­chi­tek­to­ni­sche Konzept erfolgte. Eine ganz andere Dimension wird bei dem High Line Park in New York erreicht. Hier pflanzte man nach den Plänen von Piet Oudolf eine Vege­ta­tion, die an die ursprüng­liche Spon­tan­ve­ge­ta­tion der brach gefal­lenen Gleise erinnern soll. Es ist also ein Nachbau der wilden Stadt­natur, nun als gärt­ne­risch kontrol­liertes, stati­sches und intensiv gepflegtes Abbild. In gewisser Weise wird so die eigent­lich von der Sukzes­sion ausge­hende Bedrohung städ­ti­scher Ordnung ästhe­ti­siert – und so insze­niert man eine beherrsch­bare Stadt­natur als Sehn­suchts­raum, bei deren Genuss es nichts Bedroh­li­ches mehr gibt.28Jörg Dettmar: Vege­ta­ti­ons­auf­nahmen zwischen Still­le­gung und Planung, in: Peter Latz (Hg.): Rostrot. Der Land­schafts­park Duisburg-Nord, München 2016, S. 106 – 107. ↩︎Jörg Dettmar: Tuning the Weed, in: Udo Weilacher (Hg.): Inspi­ra­tion High Line, München 2018, S. 22 – 23. ↩︎

Was passiert, wenn in Bezug auf das „Grün“ der kompen­sa­to­risch symbo­li­sche Charakter in den Hinter­grund tritt und es statt­dessen ein inte­griertes und immer stärker funk­tional begrün­detes Element der Stadt als „grüne Infra­struktur“ wird? Die zahl­rei­chen Bilder zur Visua­li­sie­rung der Städte der Zukunft im Internet zeigen viel Grün in der Stadt. Begrünte Straßen, Plätze, Parks und Gebäude trans­por­tieren die normative Ebene des Grüns: es ist attraktiv, symbo­li­siert Gesund­heit und schafft ein Gegenbild zu Stress, Lärm und Tech­nik­do­mi­nanz in Städten. Schaut man die Visua­li­sie­rungen genauer an, kann man fest­stellen, dass fast alle Grün­struk­turen auf, an und zwischen den Gebäuden ordent­lich und gepflegt erscheinen.29 Es werden keine neuen Wild­nis­träume erzeugt, sondern saubere Funk­ti­ons­be­grü­nungen signa­li­sieren, dass alles unter Kontrolle bleibt. Die positive normative Wirkung des „Grüns“ wird mit der kontrol­lierten städ­ti­schen Struktur der Gebäude, Straßen und sonstigen Frei­flä­chen gekoppelt. Das Gestal­tungs­prinzip ist vor allem „Funk­tio­na­lismus“, eine Art „green follows function“. Inte­grierte Gebäu­de­be­grü­nung und multi­funk­tio­nale Grün­flä­chen sollen selbst­ver­ständ­lich gestal­te­risch anspre­chend aussehen und kontrol­lierten Natur­ge­nuss ermög­li­chen.Siehe etwa Vincent Calle­bauts Visionen für Paris 2050. ↩︎

In der Realität funk­tio­niert das Grün aller­dings oft genug nicht so, wie es die Planungen vorsehen – extreme Stand­ort­be­din­gungen, hoher tech­ni­scher Aufwand, zum Beispiel für wand­ge­bun­dene Fassa­den­be­grü­nungen, und unzu­rei­chende Pflege zeigen die „Grenzen des geord­neten Wachstums“ auf. Aber unab­hängig von den realen Problemen der Praxis: Was symbo­li­siert diese neue grüne Infra­struktur eigent­lich? Kann es sein, dass die „urbane grüne Infra­struktur“ der „grünen Stadt“ nur ein neuer Versuch ist, Städte zu verspre­chen, in denen man auch ohne schlechtes Gewissen mit kleinem „Fußab­druck“ leben kann? Es geht jetzt nicht mehr um die roman­tisch aufge­la­dene Ideal­land­schaft von Arkadien für ein harmo­ni­sches natur­ver­bun­denes Leben, sondern um die sozial-ökolo­gi­sche Funk­tio­nal­har­monie einer „Smart City“ für ein vernetztes mobiles, aber natur­ver­träg­li­ches urbanes Leben. Wir werden sehen, ob dies funk­tio­niert, oder ob Natur als Symbol für die harmo­ni­sche Land­schaft außerhalb der Stadt wirk­mächtig bleibt. Es funk­tio­niert aber vermut­lich schon deshalb nicht, weil die Reali­sie­rung und Unter­hal­tung der ange­dachten „Urbanen Grünen Infra­struktur“ gewal­tigen Aufwand bedeutet und große Ressourcen in den Städten voraus­setzt. Aber immerhin können reali­sierte Oasen des Stadt­grüns als zivi­li­sa­to­ri­sche Flut­marken für die natur­ver­träg­liche Stadt dienen.

Prof. Dr.-Ing. Jörg Dettmar ist seit 2001 Professor für Entwerfen und Frei­raum­pla­nung am Fach­be­reich Archi­tektur der TU Darmstadt. Nach seinem Studium der Landes­pflege in Höxter und Hannover sowie seiner Promotion an der TU Berlin arbeitete er zunächst als selb­stän­diger Land­schafts­planer, später in verschie­denen Planungs­ver­wal­tungen und in den 1990er-Jahren bei der IBA Emscher Park. Seine Forschungs­schwer­punkte liegen im Bereich urbaner Land­schaften, Stadtgrün und Gebäu­de­be­grü­nung sowie theo­re­ti­scher Aspekte der Land­schafts­ar­chi­tektur, zu denen er zahl­reiche wissen­schaft­liche Publi­ka­tionen verfasst hat.

  1. European Union: Green Infra­struc­ture (GI) – Enhancing Europe’s Natural Capital, 2013, https://​eur​-lex​.europa​.eu/​h​o​m​e​p​a​g​e​.​h​t​m​l​?​l​o​c​a​l​e​=en (3.7.24). ↩︎
  2. Bundesamt für Natur­schutz (BfN): Urbane Grüne Infra­struktur. Grundlage für attrak­tive zukunfts­fä­hige Städte, Bonn 2017. ↩︎
  3. Regio­nal­ver­band Ruhr (RVR): Strategie Grüne Infra­struktur Metropole Ruhr, 2024, https://​www​.rvr​.ruhr/​t​h​e​m​e​n​/​o​e​k​o​l​o​g​i​e​-​u​m​w​e​l​t​/​g​r​u​e​n​e​-​i​n​f​r​a​s​t​r​u​k​t​u​r​/​s​t​r​a​t​e​g​i​e​-​g​r​u​e​n​e​-​i​n​f​r​a​s​t​r​u​k​t​ur/ (3.7.24). ↩︎
  4. Stephan Pauleit et. al.: Grüne Infra­struktur und Land­schaft, in: Olaf Kühne, Frank Weber, Klaus Berr, Christian Jenal (Hg.), Handbuch Land­schaft, Wiesbaden 2024, S. 1119 – 1132. ↩︎
  5. Ebenda. ↩︎
  6. TEEB: Main­strea­ming the Economics of Nature. A Synthesis of the Approach, Conclu­sions and Recom­men­da­tions of TEEB, 2010, https://​www​.teebweb​.org/​w​p​-​c​o​n​t​e​n​t​/​u​p​l​o​a​d​s​/​S​t​udy and Reports/​Reports/​Synthesis report/​TEEB Synthesis Report 2010.pdf (3.7.24). ↩︎
  7. UFZ – Natur­ka­pital Deutsch­land – TEEB: https://​www​.ufz​.de/​t​e​e​b​de/ (3.7.24). ↩︎
  8. Thomas Kirchhoff: Ökosys­tem­leis­tungen, in: Olaf Kühne, Frank Weber, Klaus Berr, Christian Jenal (Hg.), Handbuch Land­schaft, Wiesbaden 2024, S. 1147 – 1164. ↩︎
  9. Ebenda. ↩︎
  10. Rieke Hansen et. al.: Grüne Infra­struktur im urbanen Raum: Grund­lagen, Planung und Umsetzung in der inte­grierten Stadt­ent­wick­lung. BfN Schriften 503, 2018, https://​www​.bfn​.de/​s​i​t​e​s​/​d​e​f​a​u​l​t​/​f​i​l​e​s​/​B​f​N​/​s​e​r​v​i​c​e​/​D​o​k​u​m​e​n​t​e​/​s​k​r​i​p​t​e​n​/​s​k​r​i​p​t​5​0​3​.​pdf (3.5.22). ↩︎
  11. Bundesamt für Natur­schutz (BfN): Urbane Grüne Infra­struktur. Grundlage für attrak­tive zukunfts­fä­hige Städte, Bonn 2017. ↩︎
  12. Bundes­mi­nis­te­rium für Umwelt, Natur­schutz, Bau und Reak­tor­si­cher­heit (BMUB): Weißbuch Stadtgrün. Grün in der Stadt – für eine lebens­werte Zukunft, 2015, https://​www​.bbsr​.bund​.de/​B​B​S​R​/​D​E​/​v​e​r​o​e​f​f​e​n​t​l​i​c​h​u​n​g​e​n​/​m​i​n​i​s​t​e​r​i​e​n​/​b​m​u​b​/​v​e​r​s​c​h​i​e​d​e​n​e​-​t​h​e​m​e​n​/​2​0​1​5​/​g​r​u​e​n​b​u​c​h​-​2​0​1​5​.​h​tml (11.9.24) und 2017, https://​www​.bbsr​.bund​.de/​B​B​S​R​/​D​E​/​v​e​r​o​e​f​f​e​n​t​l​i​c​h​u​n​g​e​n​/​m​i​n​i​s​t​e​r​i​e​n​/​b​m​u​b​/​v​e​r​s​c​h​i​e​d​e​n​e​-​t​h​e​m​e​n​/​2​0​1​7​/​w​e​i​s​s​b​u​c​h​-​s​t​a​d​t​g​r​u​e​n​.​h​tml (11.9.24). ↩︎
  13. Rieke Hansen et. al.: Grüne Infra­struktur im urbanen Raum (wie Fn 10). ↩︎
  14. Bundes­mi­nis­te­rium für Umwelt, Natur­schutz, nukleare Sicher­heit und Verbrau­cher­schutz (BMUV): Master­plan Stadt­natur – Maßnah­men­pro­gramm der Bundes­re­gie­rung für eine lebendige Stadt, https://​www​.bmuv​.de/​f​i​l​e​a​d​m​i​n​/​D​a​t​e​n​_​B​M​U​/​D​o​w​n​l​o​a​d​_​P​D​F​/​N​a​t​u​r​s​c​h​u​t​z​/​m​a​s​t​e​r​p​l​a​n​_​s​t​a​d​t​n​a​t​u​r​_​b​f​.​pdf (20.11.22). ↩︎
  15. Christine Müller: Der „Master­plan Stadt­natur“ ist ein poli­ti­scher Stra­te­gie­wechsel. Das „Stadtgrün“ und die „grüne Infra­struktur“ haben ausge­dient, in: Neue Land­schaft, 7, 2019, S. 8 – 9. ↩︎
  16. Deutsche Gesell­schaft für Garten­kunst und Land­schafts­kultur (DGGL): Stadt als Natur. Natur­ba­sierte Lösun­gen/­Na­ture-based Solutions, Röbel/​Müritz 2022. ↩︎
  17. Euro­päi­sche Kommis­sion (Gene­ral­di­rek­tion Forschung und Inno­va­tion): CORDIS results pack on nature-based solutions, Publi­ca­tions Office 2020, https://​data​.europa​.eu/​d​o​i​/​1​0​.​2​8​3​0​/​4​0​286 (3.7.22). ↩︎
  18. Stefan Jakob, Sandra Heidmann: Wachsende Stadt mit stagnie­renden Mitteln, in: Stadt+Grün, 6, 2018, S. 11 – 15. ↩︎
  19. Regio­nal­ver­band Ruhr (RVR): Strategie Grüne Infra­struktur Metropole Ruhr, 2024, https://​www​.rvr​.ruhr/​t​h​e​m​e​n​/​o​e​k​o​l​o​g​i​e​-​u​m​w​e​l​t​/​g​r​u​e​n​e​-​i​n​f​r​a​s​t​r​u​k​t​u​r​/​s​t​r​a​t​e​g​i​e​-​g​r​u​e​n​e​-​i​n​f​r​a​s​t​r​u​k​t​ur/ (3.7.24). ↩︎
  20. Michael Andritzky, Klaus Spitzer: Grün in der Stadt, Reinbek 1982. ↩︎
  21. Gerhard Hard: Städ­ti­sche Rasen, herme­neu­tisch betrachtet. Ein Kapitel aus der Geschichte der Verleug­nung der Stadt durch die Städter, in: Klagen­furter Geogra­phi­sche Schriften, 1985, S. 29 – 52;
    G. Hard, Frank Krucke­meyer: Die vielen Stadt­na­turen. Über Natur­schutz in der Stadt, in: Thomas Koenigs (Hg.): Stadt-Parks. Urbane Natur in Frankfurt am Main, Campus 1994, S. 60 – 69. ↩︎
  22. Ulrich Eisel: Die schöne Land­schaft als kritische Utopie oder als konser­va­tives Relikt, in: Soziale Welt, 38 / 2, 1982, S. 157 – 168; U. Eisel: Tabu Leit­kultur, in: Natur und Land­schaft, 9 / 1, 2003, S. 409 – 417;
    U. Eisel: Natur­bilder sind keine Bilder aus der Natur. Orien­tie­rungs­fragen an der Naht­stelle zwischen subjek­tivem und objek­tivem Sinn, in: GAIA, 13 / 2, 2004, S. 92 – 98. ↩︎
  23. Ludwig Trepl: Stadt – Natur / Stadt­natur – Natur in der Stadt – Stadt und Natur, in: Stadt­er­fah­rung-Stadt­ge­stal­tung. Bausteine zur Human­öko­logie, Deutsches Institut für Fern­stu­dien an der Univer­sität Tübingen, 1988, S. 58 – 70; L. Trepl: Natur in der Stadt, in: Deutscher Rat für Landes­pflege (Hg.), Natur in der Stadt, 61, 1992, S. 30 – 32. ↩︎
  24. Ingo Kowarik, Robert Bartz, Mirijam Brenk (Hg.): Ökosys­tem­leis­tungen in der Stadt. Gesund­heit schützen und Lebens­qua­lität erhöhen. Natur­ka­pital Deutsch­land – TEEB, Berlin, Leipzig 2016, https://​www​.ufz​.de/​e​x​p​o​r​t​/​d​a​t​a​/​g​l​o​b​a​l​/​1​9​0​5​0​8​_​T​E​E​B​_​D​E​_​S​t​a​d​t​b​e​r​i​c​h​t​_​L​a​n​g​f​a​s​s​u​n​g​.​pdf (10.4.22). ↩︎
  25. Thomas Kirchhoff: Ökosys­tem­leis­tungen (wie Fn 8). ↩︎
  26. Ulrich Eisel: Die schöne Land­schaft als kritische Utopie oder als konser­va­tives Relikt, in: Soziale Welt, 38 / 2, 1982, S. 157 – 168. ↩︎
  27. Jörg Dettmar: Vege­ta­ti­ons­auf­nahmen zwischen Still­le­gung und Planung, in: Peter Latz (Hg.): Rostrot. Der Land­schafts­park Duisburg-Nord, München 2016, S. 106 – 107. ↩︎
  28. Jörg Dettmar: Tuning the Weed, in: Udo Weilacher (Hg.): Inspi­ra­tion High Line, München 2018, S. 22 – 23. ↩︎
  29. Siehe etwa Vincent Calle­bauts Visionen für Paris 2050. ↩︎

Autor*innen

Lineares Grün wird in Zukunft kaum mehr reichen. Foto: Martina Nolte (CC-BY-SA‑3.0 de)
Bausteine eines Schwamm­stadt­kon­zepts – Wasser­be­cken mit Regen­was­ser­ver­si­cke­rungs­an­lage und Feucht­biotop, Malz­fa­brik Berlin, Foto: Malz­fa­brik, Matthias Friel
Der Aufwand ist erheblich – Pflege der Gebäu­de­be­grü­nung mit ungefähr 800 Bäumen und 20.000 anderen Pflanzen. Bosco Verticale, Boeri Studio, Mailand 2007 – 2014. Foto: Laura Cionci
Inte­gra­tion der spontanen Vege­ta­tion im Land­schafts­park Duisburg-Nord, Foto: Pohl / Grüßen, EGHN
Die Imitation des spontanen Grüns – High Line Park in New York, USA. Foto: Acro­terion (CC-BY-SA‑4.0)