Gropius an der Leine

BDA Nieder­sachsen

Foto: Hans Wagner, 1953

Wilhelm Stichweh, Färbe­rei­un­ter­nehmer aus Hannover, hatte nach dem Zweiten Weltkrieg gegenüber dem Hanno­ve­raner Stadt­baurat Rudolf Hille­brecht fest­ge­stellt: „Schade, dass in Deutsch­land so gebaut wird, als hätten Mies van der Rohe und Walter Gropius nicht gelebt.“ Daraufhin stellte Hille­brecht den Kontakt zu Walter Gropius her, der in der Folge nach einem Raum­pro­gramm von Stichweh den Entwurf zu einem kleinen Wohnhaus für die Familie des Unter­neh­mers fertigte – bis heute ist der Bau in Fami­li­en­be­sitz.

Der zwei­ge­schos­sige Flach­dachbau mit gelben Klinkern steht als sachlich-schlicht gehal­tener Bau in einem groß­bür­ger­li­chen Villen­viertel unweit der Herren­häuser Gärten in der nieder­säch­si­schen Landes­haupt­stadt. 1974 erwei­terten die Archi­tekten Hübotter-Ledeboer-Busch das Haus im Süden um einen einge­schos­sigen Wohntrakt, der sich gut in das Ensemble auf dem von großen Bäumen umgebenen Grund­stück einfügt. Seit 1987 ist das Wohnhaus an den BDA Nieder­sachsen vermietet, der es zusammen mit dem Verein zur Förderung der Baukunst für Veran­stal­tungen und als Geschäfts­stelle nutzt.

Zum 60-jährigen Bestehen öffnet der BDA Nieder­sachsen am 28. Juni die Türen des Hauses: Klaus Stichweh, Sohn des Bauherrn, schildert in einem Gespräch mit dem Bauhis­to­riker Sid Auffahrt seine Erin­ne­rungen aus der frühen Zeit des Gropi­us­hauses. Die öffent­liche Veran­stal­tung findet im Rahmen der nieder­säch­si­schen Archi­tek­tur­Zeit 2013 statt – um Anmeldung per Mail oder Telefon (0511. 70 10 328) bis 21. Juni wird gebeten.
Red.

Foto: Robert Mehl, 2013
Walter Gropius, Haus Stichweh, Hannover 1951–1953; Foto: Robert Mehl, 2013

1953 – 2013. 60 Jahre Gropi­us­haus Hannover
Freitag, 28. Juni
17.00 Uhr
Gropi­us­haus
Alleehof 4
30167 Hannover

Foto: Robert Mehl, 2013
Walter Gropius, Haus Stichweh, Hannover 1951–1953; Foto: Robert Mehl, 2013