Innere Uner­mess­lich­keit

Hanada-Ausstel­lung in Berlin

Die Archi­tektur Galerie Berlin zeigt ab dem 5. November mit „Monumente“ eine neue Ausstel­lung der Berliner Archi­tektin Heike Hanada. Hanada, seit 2010 Profes­sorin für Grund­lagen der Gestal­tung an der Potsdam School of Archi­tec­ture, hat ihr labo­ra­tory for art and archi­tec­ture 2007 in Berlin gegründet. Seitdem hat sie zahl­reiche Wett­be­werbs­er­folge erzielt, darunter 2008 der erste Preis für die Erwei­te­rung der Stadt­bi­blio­thek in Stockholm und 2012 gemeinsam mit Benedict Tonon den ersten Preis für den Neubau des Bauhaus Museums in Weimar, das sich aktuell in der Planung befindet und 2018 fertig­ge­stellt sein soll.

Heike Hanada konzen­triert sich mit ihrer Konzep­tion für die Archi­tektur Galerie in der Berliner Karl-Marx-Allee auf den „Raum als ästhe­ti­sches Phänomen“ – „…begleitet, aber nicht diktiert von funk­tio­nalen Aspekten.“ Unter­stützt wird diese Denk­hal­tung, die sich vornehm­lich mit der Wahr­neh­mung öffent­li­cher Räume befasst, durch ihre jahre­lange Arbeit als Künst­lerin. In ihrer Ausstel­lung entwi­ckelt sie ausgehend vom Stein­raster des Gale­rie­fuß­bo­dens ein sich über­la­gerndes System aus paral­lelen Linien, das mit Bleistift direkt auf die Wände gezeichnet ist.

Diese Wand­zeich­nung soll dabei den Entwurfs­pro­zess als inter­pre­ta­tive Reflexion des Orts wider­spie­geln. So wird aus diesem spezi­fi­schen Ort eine bestimmte Ordnung generiert und anschlie­ßend variiert. In die Wand­ar­beit sind Zeich­nungen der wich­tigsten Projekte einge­bettet, die Heike Hanada in den letzten Jahren bear­beitet hat. In Anlehnung an Mies van der Rohe umkreist die Archi­tektin den Begriff der Monu­men­ta­lität dabei auf mehreren Ebenen: als Verhältnis zwischen Solitär und Kontext, als wahr­neh­mungs­phy­sio­lo­gi­sches Phänomen sowie als geistigen Raum, der dem Betrachter nichts vorgibt außer innerer Uner­mess­lich­keit.
Red.

Heike Hanada. Monumente
Eröffnung: Mittwoch, 05. November, 19.00 Uhr
Dauer: 06. November – 20. Dezember
Begrüßung: Ulrich Müller
Einfüh­rung: Jörg H. Gleiter
Archi­tektur Galerie Berlin
Karl-Marx-Allee 96
10243 Berlin