Spoli­a­tion und Assem­blage

Upcycling Notre-Dame

Ange­sichts einer stetig wach­senden Umwelt- und Klima­pro­ble­matik wird der nach­hal­tige Umgang mit den Ressourcen dieser Welt zwar disku­tiert, im Zentrum steht jedoch deren mate­ri­eller Erhalt und viel weniger die Wieder­ver­wen­dung nicht repro­du­zier­barer, kultu­reller Ressourcen. In der Archi­tektur aber kann Recycling nicht auf Atome reduziert werden, denn in Baurest­massen sind gleichsam stoff­liche wie imma­te­ri­elle Werte einge­schrieben.1 Wieder­ver­wen­dung im Entwurf bedarf der Arbeit und Konstruk­tion mit Vergan­genem und dessen Bedeutung für heute. Je mehr wir dabei das Vorhan­dene begreifen, so Hermann Czech, „(…) desto weniger müssen wir uns in Gegensatz dazu bringen, desto leichter können wir unsere Entschei­dungen als Fort­set­zung eines Konti­nuums verstehen“2.Hierzu sind insb. die Arbeiten von Uta Hassler zu nennen. Siehe u. a. Hassler, Uta: Umbau, Sterb­lich­keit und lang­fris­tige Dynamik, in: Dies. / Kohler, Niklaus / Wang, Wilfried (Hrsg.): Umbau. Über die Zukunft des Baube­standes, Berlin 1999, S. 39–59, hier: S. 56. ↩︎Czech, Hermann: Zur Abwechs­lung (1973), in: Ders.: Zur Abwechs­lung. Ausge­wählte Schriften zur Archi­tektur, Wien 1996 (1977), S. 76–79, hier: S. 78. Zum Thema Umbau sei hier auch auf weitere brillante Essays von Czech aus den 1960er bis 1980er Jahren in ders. Publi­ka­tion hinge­wiesen. ↩︎

Spoli­a­tion und Assem­blage als geschicktes Recycling von Semiotik und Geschichte(n) vermag, so unsere These, das Prinzip der Wieder- und Weiter­ver­wen­dung von der Güter­ebene auf imma­te­ri­elle Werte auszu­dehnen und das Verständnis einer Archi­tektur der Einma­lig­keit, Origi­na­lität und Abge­schlos­sen­heit in Frage zu stellen. Ein Gedan­ken­spiel am Beispiel der Notre-Dame von Paris als Anstoß, um Gebrauchtes nicht nur mit bewun­derndem oder wegschau­endem, sondern auch mit verwer­tendem Auge wieder zu betrachten.3Dieser Beitrag basiert auf Ergeb­nissen des durch die API-Stiftung Liech­ten­stein geför­derten Forschungs­pro­jekts „Erneu­er­bare Archi­tektur“ und dem Upcycling-Studio „Hi story! Notre-Dame reloaded“ von Cornelia Faisst und Daniel Stock­hammer im Winter­se­mester 2019 / 20 am Institut für Archi­tektur und Raum­ent­wick­lung der Univer­sität Liech­ten­stein. ↩︎

Altlast oder Ressource? Beispiel: Victor Delefortrie, Saint-Jacques, Abbeville, Frankreich 1868 – 1876, abgerissen 2013, Foto: Marc Roussel (via Flickr / CC BY-SA 3.0)
Altlast oder Ressource? Beispiel: Victor Dele­fortrie, Saint-Jacques, Abbeville, Frank­reich 1868 – 1876, abge­rissen 2013, Foto: Marc Roussel (via Flickr / CC BY-SA 3.0)

Kate­go­rien des 20. Jahr­hun­derts
Wie wenig bislang Bestand als imma­te­ri­elle Ressource betrachtet und noch immer in Kate­go­rien des letzten Jahr­hun­derts argu­men­tiert wird, lässt sich exem­pla­risch an der Wieder­auf­bau­de­batte um die Pariser Kathe­drale beschreiben: Auf der einen Seite die sogenannt fort­schritt­li­chen Kräfte, getrieben vom wirk­mäch­tigen Mythos der neuen Form, folgend den modernen Para­digmen des Ersatz­baus, der Autor­schaft, Origi­na­lität und Distan­zie­rung zum Alten. Dem gegenüber das Ideal der Rekon­struk­tion, eine Sehnsucht ringend mit den Fragen des „Wie“ oder „welches Original“ und „Woraus“; denn schließ­lich könne nun mal nur die Vergan­gen­heit selbst, so Georg Simmel, „(…) mit ihren Schick­salen und Wand­lungen (…) in den Punkt ästhe­tisch anschau­li­cher Gegenwart gesammelt“4 sein.Simmel, Georg: Die Ruine. Ein ästhe­ti­scher Versuch, in: Der Tag, Nr. 96, Berlin, 22. Februar 1907. ↩︎

Beide Posi­tionen aber, soge­nannte Wieder­her­stel­lung oder neue Zutat, haben mit dem Prinzip der Wieder- und Weiter­ver­wen­dung – der Beschäf­ti­gung mit den Wider­sprü­chen und Reibungen zwischen unter­schied­li­chen Zeiten, Denk­weisen und Nutzungs­muster – ein zentrales Thema des Kathe­dra­len­baus ausge­klam­mert. Denn sowohl dem Neubau als auch der Rekon­struk­tion, schreibt Georg Mörsch, „(…) geben wir immer nur das Wenige mit, was wir wissen, und oft nur das, was wir brauchen“5.Mörsch, Georg: Ist Rekon­struk­tion erlaubt? (1998), in: von Buttlar, Adrian / Dolff-Bone­kämper, Gabi / Falser, Michael S. u. a. (Hrsg.): Denk­mal­pflege statt Attrap­pen­kult. Gegen die Rekon­struk­tion von Baudenk­mä­lern. Eine Antho­logie [Bauwelt Funda­mente, Bd. 146], Basel 2010, S. 39–41, hier: S. 40. ↩︎

Ein gemein­schaft­li­cher Prozess

Ansichtskarte „Paris, Abside Notre-Dame“, 1908, Abb.: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: unbek. / Fel_056201-RE / Public Domain Mark
Ansichts­karte „Paris, Abside Notre-Dame“, 1908, Abb.: ETH-Biblio­thek Zürich, Bild­ar­chiv / Fotograf: unbek. / Fel_056201-RE / Public Domain Mark

Wieder­ver­wen­dung ist viel­schich­tiger als Neues Bauen und „(…) per defi­ni­tionem ein Thema zwischen den Fächern“6, so Arnold Esch. Tradi­ti­ons­gemäß ist die zeitliche und örtliche Zuordnung von bewegten Bauteilen, also das fehlende Stück im alten Kontext, die Aufgabe der Archäo­logie und Baufor­schung. Fragen nach dem Motiv, den Umständen der Trans­lo­zie­rung, werden durch die Geschichts­for­schung behandelt und der neue Kontext beschäf­tigt für gewöhn­lich die Kunst­ge­schichte.7 Die sorg­fäl­tige Klärung der Komple­xität und gestal­te­ri­schen Konse­quenz schließ­lich gehört ins Aufga­ben­feld der Archi­tektur, in Zusam­men­ar­beit mit den Inge­nieurs- und Hand­werks­künsten. Das Entwerfen mit Gebrauchtem bedarf also der Koope­ra­tion vieler Diszi­plinen; bedarf eines gemein­schaft­li­chen, offenen Prozesses, wo alle ihre Kompe­tenzen und Perspek­tiven zu gemein­samer Erkenntnis und Emergenz zusam­men­führen müssen.Esch, Arnold: Wieder­ver­wen­dung von Antike im Mittel­alter. Die Sicht des Archäo­logen und die Sicht des Histo­ri­kers. Berlin 2005, S. 12. ↩︎Zu den unter­schied­li­chen Aufgaben wissen­schaft­li­cher Diszi­plinen siehe: Ebd., S. 11–60. ↩︎

Archi­tektur aber als Projekt (und geis­tiges Eigentum) vieler zu betrachten, bedeutet für Bauge­stal­tende auch, vom Schöpfer, von der Schöp­ferin zum Mitwirker, zur Mitwir­kerin zu werden, bedeutet tradierte Gewiss­heiten, Konzepte zu über­denken, Rollen­mo­delle neu auszu­han­deln und zu fragen: Wie kann das Design der Prozesse selbst zu einer zentralen Aufgabe der wissen­schaft­li­chen und gestal­te­ri­schen Diszi­plinen werden und wie kann ein innerhalb der Archi­tektur entwi­ckeltes Verständnis des Weiter­ver­wen­dens in andere Bereiche des Bauens (Städtebau, Inge­nieur­wesen, Denk­mal­pflege) hinein­wirken?

Der Bestand als Ressour­cen­lager – Über­lie­fern als Programm
Die Spoli­a­tion eines intakten Gebäudes mit Funktion und Nutz­bar­keit zum Zwecke der Über­lie­fe­rung wäre sicher töricht. Doch soll seine Ruinie­rung verboten werden, wenn das Bauwerk kurz vor dem Abbruch steht? Wäre es dann nicht sinnvoll, Material und Wissen anderer Epochen zu spoli­ieren und für heutige Bauauf­gaben fruchtbar zu machen?

Zustand ohne Dachstuhl nach dem Brand vom 15. und 16. April 2019, Bild­mon­tage auf Grundlage der Ansichts­karte: Daniel Stock­hammer

Gesell­schaft­liche Verän­de­rungen und fehlende Mittel für den Unterhalt lassen Frank­reichs Kirchen­bau­be­stand besonders in den Fokus solcher Über­le­gungen rücken. Denn mit dem „Loi Combes“, dem Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat im Jahr 1905, wurden Kirche und Glau­bens­ge­mein­schaften in Frank­reich zu privat­recht­li­chen Insti­tu­tionen erklärt. Seither erhebt der Staat keine Kirchen­steuern mehr, ist Eigen­tümer aller vor 1905 gebauten Sakral­bauten (insbe­son­dere der Kirchen) und zuständig für deren Unterhalt. Die lang­fris­tigen Auswir­kungen lassen sich heute am Zustand vieler dieser über 40.000 Gottes­häuser ablesen. Hoch­wer­tige, teils zentral gelegene Bauwerke können nicht genügend instand­ge­halten werden, verlieren ihre Nutz­bar­keit und werden schließ­lich abge­bro­chen.8Hierzu siehe insb. das Inventar bedrohter und zerstörter Kirchen in Frank­reich von Obser­va­toire du Patri­moine Religieux und die Hinweise der Fondation du Patri­moine. Um nur wenige der aktu­ellsten Zerstö­rungen in Frank­reich zu nennen: Notre-Dame-du-Rosaire, Les Lilas (Île-de-France), 1887 – 2011; Notre-Dame-des-Anges, Belfort, 1927 – 2015; Sainte-Thérèse de Beaulieu, Mandeure, 1936 – 2015; Notre-Dame-de-Gwel-Mor, Crozon, 1958 – 2019 u.v.a. ↩︎

In Anbe­tracht des Wech­sel­bildes zwischen (vernach­läs­sigter) Erhal­tungs­kultur im Allge­meinen oder dem (Über-)Schutz im Spezi­ellen sollte die Frage gestellt werden, ob ein Wieder­aufbau der Pariser Notre-Dame nicht weiter­ge­dacht und als Aufgabe am gesamten bedrohten Kirchen­be­stand im Land disku­tiert werden muss: als Assem­blage aus Frank­reichs aufge­ge­benem Kirchen­bau­be­stand.

Assem­blage unter Verwen­dung der abge­ris­senen Kirchen­d­ach­stühle aus (v.l.n.r.) Sable-sur-Sarthe (1881 – 2017), Crozon (1958 – 2019) und Belfort (1927 – 2015), Bild­mon­tage: Daniel Stock­hammer

Nachleben – Wege zu Mehr­deu­tig­keit und Mehr­fach­sinn
Alles ist der Gefahr und der Chance der Wieder- und Weiter­ver­wen­dung ausge­setzt. Der Brand der Notre-Dame von 2019 sollte im Sinne des Histo­rismus – dem Baustil vieler der abge­bro­chenen Kirchen – als Chance für Neues durch Altes ergriffen werden; nicht als einma­liges Ereignis in seiner Zeit­ebene, sondern diachron verstanden in seiner ganzen histo­risch-kultu­rellen Erstre­ckung. Man „überlebe“ zwar eine Kata­strophe „(…) und steht dann herum; was danach kommt, ist damit nicht gesagt“. Aber ein Nachleben durch die kluge Neukom­po­si­tion ist weit mehr, „(…) das Nach­le­bende wirkt weiter fort, ändert sich und anderes, lebt (…)“.9 Die kreative und quali­ta­tive Weiter­nut­zung von Gebrauchtem vermag Neues und Über­ra­schendes in der Archi­tektur zu entzünden und trägt dazu bei: mate­ri­elle Ressourcen und baukul­tu­relles Wissen zu erhalten, Konti­nuität von Geschichte, Orten und Bauwerken zu sichern; Erin­ne­rungs­kultur und Identität zu befördern wie soziale Kontinui­tät, Koope­ra­tion und Gemein­schafts­sinn zu unter­stützen; archi­tek­to­ni­sche Relevanz durch Über­la­ge­rung, Viel­schich­tig­keit und Mehr­fach­sinn (statt durch Form) zu erzeugen und Langfris­tigkeit durch Einfach­heit und Dauer­haf­tig­keit von Baukon­struk­tion, Bauma­te­rial und Technik zu fordern und damit zu fördern.Esch (wie Anm. 6), S. 21. ↩︎

„Neubau ohne Neues“, Bild­mon­tage: Daniel Stock­hammer

Wieder­ver­wen­dung als Gestal­tungs­prinzip – vom Projekt zum Prozess
Das Prinzip der Wieder- und Weiter­ver­wen­dung auf das Beispiel der Neuge­stal­tung von Notre-Dame zu über­tragen, hieße den Wieder­aufbau nicht als abge­schlos­senes Projekt, sondern als einen durch konti­nu­ier­liche Unbe­stimmt­heit deter­mi­nierten Prozess zu verstehen, der in unter­schied­liche Arbeits­felder zu kate­go­ri­sieren wäre, wie: Das Inventar – der gefähr­dete Kirchen­bau­be­stand Frank­reichs würde erfasst und als Bauteil­lager doku­men­tiert und gesichert. Der Setz­kasten – die Mate­ri­al­bank würde zur Grundlage für einen inter­dis­zi­pli­nären, breit abge­stützten Diskurs über die Auswahl der Bauteile, der Bedeu­tungen und Geschichten. Die Assem­blage – die gestal­te­ri­sche Konse­quenz einer Neukom­po­si­tion der Teile würde schließ­lich durch die Archi­tektur, die Inge­nieurs- und Hand­werks­künste ausge­han­delt. So dass sich dezente Unre­gel­mä­ßig­keiten in der Mate­ria­li­sie­rung, der formalen Ausge­stal­tung des Daches und des Vierungs­turmes, leichte Abwei­chungen in der Firsthöhe oder Über­ra­schungs­mo­mente durch über­tra­gene Relikte wie Dach­reiter und Gauben, die gesamte Summe der Spoli­a­tionen eben, in ein neues, optisch harmo­ni­sches Ganzes einfügen.

Es entstünde ein Neubau ohne Neues, ein „Neues“ Bauen, das sich vom Dogma des Neubaus löst. Materiell, kulturell aber auch program­ma­tisch würde ein Wieder­aufbau zum wach­senden Ressour­cen­ar­chiv: Als wort­wört­li­ches „Schutz­dach“ könnte die Dach­kon­struk­tion über dem Mittel­schiff zum begeh­baren Schau­lager werden für gerettete Reliquien und Relikte bereits zerstörter oder sich im Rückbau befin­dender Kirchen­ge­bäude in Frank­reich. In Ergänzung dazu diente ein zentraler Ausstel­lungs­raum über dem Quer­schiff der Bespre­chung von Einzel­stü­cken und kura­tierten Samm­lungen.10Das Programm für diese mögliche Nutzung basiert auf Unter­su­chungen von Berta Beketova und Hanna Kuzni­atsova, Studie­rende aus dems. Studio, siehe Anm. 3. ↩︎

Die Über­lie­fe­rung, so Walter Benjamin, gelte es immer wieder „(…) von neuem dem Konfor­mismus abzu­ge­winnen, der im Begriff steht, sie zu über­wäl­tigen“11. Eine (Rück-) Besinnung auf das Prinzip der Wieder- und Weiter­ver­wen­dung ist kein Werte­kon­ser­va­tismus, sondern die Über­win­dung von Eindi­men­sio­na­lität, Kurz­zei­tig­keit und Autoren­kult durch Emergenz, Lang­fris­tig­keit und trans­dis­zi­pli­nären Dialog. „Wer neue Gedanken mitteilen will, kann sich nicht gleich­zeitig einer neuen Sprache bedienen“12, so Czech. Den Heraus­for­de­rungen des 21. Jahr­hun­derts sollten wir deshalb nicht länger mit einer Archi­tektur im Imperativ, sondern mit Baukultur als Verb begegnen.Benjamin, Walter: Über den Begriff der Geschichte (1940), in: Ders.: Gesam­melte Schriften, hrsgg. v. Rolf Tiedemann u. Hermann Schwep­pen­häuser, Frankfurt / M. 1978, Bd. 1–2, S. 695. ↩︎Czech (wie Anm. 2), S. 127. ↩︎

Dr. Daniel Stock­hammer ist Assis­tenz­pro­fessor für Baube­stand und Erneu­er­bare Archi­tektur an der Univer­sität Liech­ten­stein und unter­richtet mit Cornelia Faisst das Entwurfs­studio Upcycling. Nach der Lehre zum Hoch­bau­zeichner diplo­mierte er an den Archi­tek­tur­schulen der Univer­sität Wien, FH Winter­thur und ETH Zürich. Im Anschluss an die Master­ar­beit bei Jacques Herzog und Pierre de Meuron arbeitete er in deren Basler Büro, promo­vierte am Institut für Denk­mal­pflege und Baufor­schung der ETH Zürich bei Uta Hassler und lehrte an der Archi­tek­tur­schule der FHS St. Gallen.

  1. Hierzu sind insb. die Arbeiten von Uta Hassler zu nennen. Siehe u. a. Hassler, Uta: Umbau, Sterb­lich­keit und lang­fris­tige Dynamik, in: Dies. / Kohler, Niklaus / Wang, Wilfried (Hrsg.): Umbau. Über die Zukunft des Baube­standes, Berlin 1999, S. 39–59, hier: S. 56. ↩︎
  2. Czech, Hermann: Zur Abwechs­lung (1973), in: Ders.: Zur Abwechs­lung. Ausge­wählte Schriften zur Archi­tektur, Wien 1996 (1977), S. 76–79, hier: S. 78. Zum Thema Umbau sei hier auch auf weitere brillante Essays von Czech aus den 1960er bis 1980er Jahren in ders. Publi­ka­tion hinge­wiesen. ↩︎
  3. Dieser Beitrag basiert auf Ergeb­nissen des durch die API-Stiftung Liech­ten­stein geför­derten Forschungs­pro­jekts „Erneu­er­bare Archi­tektur“ und dem Upcycling-Studio „Hi story! Notre-Dame reloaded“ von Cornelia Faisst und Daniel Stock­hammer im Winter­se­mester 2019 / 20 am Institut für Archi­tektur und Raum­ent­wick­lung der Univer­sität Liech­ten­stein. ↩︎
  4. Simmel, Georg: Die Ruine. Ein ästhe­ti­scher Versuch, in: Der Tag, Nr. 96, Berlin, 22. Februar 1907. ↩︎
  5. Mörsch, Georg: Ist Rekon­struk­tion erlaubt? (1998), in: von Buttlar, Adrian / Dolff-Bone­kämper, Gabi / Falser, Michael S. u. a. (Hrsg.): Denk­mal­pflege statt Attrap­pen­kult. Gegen die Rekon­struk­tion von Baudenk­mä­lern. Eine Antho­logie [Bauwelt Funda­mente, Bd. 146], Basel 2010, S. 39–41, hier: S. 40. ↩︎
  6. Esch, Arnold: Wieder­ver­wen­dung von Antike im Mittel­alter. Die Sicht des Archäo­logen und die Sicht des Histo­ri­kers. Berlin 2005, S. 12. ↩︎
  7. Zu den unter­schied­li­chen Aufgaben wissen­schaft­li­cher Diszi­plinen siehe: Ebd., S. 11–60. ↩︎
  8. Hierzu siehe insb. das Inventar bedrohter und zerstörter Kirchen in Frank­reich von Obser­va­toire du Patri­moine Religieux und die Hinweise der Fondation du Patri­moine. Um nur wenige der aktu­ellsten Zerstö­rungen in Frank­reich zu nennen: Notre-Dame-du-Rosaire, Les Lilas (Île-de-France), 1887 – 2011; Notre-Dame-des-Anges, Belfort, 1927 – 2015; Sainte-Thérèse de Beaulieu, Mandeure, 1936 – 2015; Notre-Dame-de-Gwel-Mor, Crozon, 1958 – 2019 u.v.a. ↩︎
  9. Esch (wie Anm. 6), S. 21. ↩︎
  10. Das Programm für diese mögliche Nutzung basiert auf Unter­su­chungen von Berta Beketova und Hanna Kuzni­atsova, Studie­rende aus dems. Studio, siehe Anm. 3. ↩︎
  11. Benjamin, Walter: Über den Begriff der Geschichte (1940), in: Ders.: Gesam­melte Schriften, hrsgg. v. Rolf Tiedemann u. Hermann Schwep­pen­häuser, Frankfurt / M. 1978, Bd. 1–2, S. 695. ↩︎
  12. Czech (wie Anm. 2), S. 127. ↩︎
Altlast oder Ressource? Beispiel: Victor Delefortrie, Saint-Jacques, Abbeville, Frankreich 1868 – 1876, abgerissen 2013, Foto: Marc Roussel (via Flickr / CC BY-SA 3.0)
Altlast oder Ressource? Beispiel: Victor Dele­fortrie, Saint-Jacques, Abbeville, Frank­reich 1868 – 1876, abge­rissen 2013, Foto: Marc Roussel (via Flickr / CC BY-SA 3.0)
Ansichtskarte „Paris, Abside Notre-Dame“, 1908, Abb.: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: unbek. / Fel_056201-RE / Public Domain Mark
Ansichts­karte „Paris, Abside Notre-Dame“, 1908, Abb.: ETH-Biblio­thek Zürich, Bild­ar­chiv / Fotograf: unbek. / Fel_056201-RE / Public Domain Mark
Zustand ohne Dachstuhl nach dem Brand vom 15. und 16. April 2019, Bild­mon­tage auf Grundlage der Ansichts­karte: Daniel Stock­hammer
Assem­blage unter Verwen­dung der abge­ris­senen Kirchen­d­ach­stühle aus (v.l.n.r.) Sable-sur-Sarthe (1881 – 2017), Crozon (1958 – 2019) und Belfort (1927 – 2015), Bild­mon­tage: Daniel Stock­hammer
„Neubau ohne Neues“, Bild­mon­tage: Daniel Stock­hammer