Zukunfts­ge­gen­wart

Ausstel­lungs­serie im Ruhr­ge­biet

Wie lebt es sich in der Zukunft? Das können uns Archi­tekten und Stadt­pla­ne­rinnen aus der Vergan­gen­heit fragend zurufen, die damals, in den sechziger und siebziger Jahren ihre Stadt­vi­sionen und ‑utopien erst aufs Papier gebracht und dann in die gebaute Wirk­lich­keit überführt haben. Wie studiert es sich an der Ruhr-Univer­sität? Wie shoppt es sich im Forum City in Mülheim an der Ruhr? Wie lebt es sich im Marler Stadt­zen­trum? Wie fährt es sich auf dem „Tausend­füßler“? Oder besser: fuhr. Denn die 414 Meter lange Hoch­straße in Düssel­dorf ist bereits seit 2013 Geschichte. Ein Schicksal, das – berech­tigt oder nicht – vielen Bauten der Zeit wider­fährt. Die Aufbruch­stim­mung von damals steht in hartem Kontrast zum heutigen Zustand der Bauten und auch zur ökono­mi­schen und sozialen Situation der Städte. Besonders evident ist die Kluft an Orten, die vom Nieder­gang der Montan- oder anderer Indus­trien betroffen sind.

In der Ausstel­lung „gestern die stadt von morgen“, die ein Projekt der Urbanen Künste Ruhr ist, kommen­tieren Kunst­werke die Geschichte archi­tek­to­ni­scher Visionen der Nach­kriegs­zeit, ihren Status Quo und ihre mögliche Zukunft. Das unter­nimmt sie mit Hilfe von Kunst­werken im öffent­li­chen Raum, die von Martin Kalt­wasser, Konsor­tium, Michaela Melián, Denise Ritter, Corinna Schnitt und Nico Joana Weber geschaffen wurden. Ergänzt wird der künst­le­ri­sche Blick durch Ausstel­lungen mit Fotos, Plänen, Modellen und weiteren Zeit­do­ku­menten zu Planungen und Archi­tek­turen in den drei betei­ligten Museen Skulp­tu­ren­mu­seum Glas­kasten Marl, Kunst­mu­seum Mülheim an der Ruhr und den Kunst­samm­lungen der Ruhr-Univer­sität Bochum, allesamt entweder selbst archi­tek­to­ni­sche Zeit­zeugen oder sich inmitten dieser befindend.

Zukunfts­vi­sionen von damals werden heute häufig belächelt oder als absurd bis menschen­feind­lich verun­glimpft. Wir sind gespannt auf Ausstel­lungen in 50 Jahren und hoffen, dass unsere Kinder und Enkel nach­sich­tiger sind gegenüber unseren Utopien von heute.

Red.

gestern die stadt von morgen
bis 7. September 2014
Download Ausstel­lungs­booklet

Skulp­tu­ren­mu­seum Glas­kasten Marl
Creiler Platz, Rathaus
45768 Marl
Di–So 10.00–18.00 Uhr
Eintritt frei

Kunst­samm­lungen der Ruhr-Univer­sität Bochum: Campus­mu­seum. Sammlung Moderne
Univer­si­täts­straße 150, 44801 Bochum
Di–So 11.00–17.00 Uhr
Eintritt frei

Kunst­mu­seum Mülheim a.d. Ruhr
Synago­gen­platz 1, 45468 Mülheim a.d.R.
Di/​Mi 11–17 Uhr; Do 11.00–21.00 Uhr, Sa/​So 10.00–17.00 Uhr
4 Euro, ermäßigt 2 Euro, mittwochs ab 14.00 Uhr freier Eintritt

Sowie im öffent­li­chen Raum in den drei Städten.

Fotos: Dubbel112, Johann H. Addicks, Tuxyso, Gerardus via Wikimedia