Zur Stärkung aller Archi­tekten

Peter Zumthor wird für sein Lebens­werk ausge­zeichnet

Der Schweizer Architekt Peter Zumthor erhält den Großen BDA-Preis 2017. Dies entschied eine sieben­köp­fige Jury unter dem Vorsitz des BDA-Präsi­denten Heiner Farwick. Der Preis wird im Rahmen des dies­jäh­rigen BDA-Tags am 1. Juli in Münster verliehen.

Zur Begrün­dung für seine Entschei­dung führte das Preis­ge­richt an: „Die Jury würdigt den Schweizer Archi­tekten Peter Zumthor für sein heraus­ra­gendes archi­tek­to­ni­sches Werk, das die Archi­tektur wieder auf das ‚Urschaffen‘ des Menschen zurück­führt. Wie kaum ein zweiter zeit­ge­nös­si­scher Architekt steht er zeichen­haft für das, was Bauen und Behausen ursprüng­lich bedeutet.“ Dabei sei es vor allem „seine konse­quente Konzen­tra­tion auf die Idee von Licht, Material und Raum und sein enormer Quali­täts­an­spruch im Detail“, die seinem Werk „eine zeitlose Gültig­keit“ gäben, so die Jury weiter. Zumthor mache sich „als kompro­miss­lose Künst­ler­per­sön­lich­keit frei von äußeren Zwängen“ und setze damit „Standards, Techniken und Abläufe des heutigen Baube­triebs für sich außer Kraft“: „Lieber verzichtet er auf ein Projekt, als ein klares Konzept aufzu­geben.“ Hier betont der BDA eine Allge­mein­gül­tig­keit, die sich aus Werk und Handeln des im schwei­ze­ri­schen Halden­stein tätigen Archi­tekten ableiten ließe: „Das Wissen um dieses Beispiel stärkt auch allen anderen Archi­tekten beim Streben nach Qualität den Rücken.“

Konkret wird die Jury – der neben Heiner Farwick der Kölner Architekt Peter Berner (ASTOC Archi­tects and Planners), Gerhard Matzig (leitender Feuil­leton-Redakteur der Süddeut­schen Zeitung), der Kunst- und Archi­tek­tur­his­to­riker Werner Oechslin, die Stutt­garter Archi­tektin Elke Reichel (Reichel Schlaier Archi­tekten), der Preis­träger des Großen BDA-Preises 2014 Axel Schultes (Schultes Frank Archi­tekten), sowie der in Leipzig tätige und in Dortmund lehrende Architekt Ansgar Schulz (Schulz & Schulz Archi­tekten) ange­hörten – in der Benennung von drei Projekten: das Ther­malbad in Vals, das Kunsthaus Bregenz und das Diöze­san­mu­seum Kolumba in Köln stünden „beispiel­haft für diese archi­tek­to­ni­sche Haltung, die das Ursprüng­liche wieder in den Mittel­punkt rückt“.

Der Bund Deutscher Archi­tekten BDA vergibt den Preis seit fünfzig Jahren für bedeu­tende Leis­tungen auf dem Gebiet der Archi­tektur und des Städ­te­baus. Zu den bishe­rigen Preis­trä­gern gehören unter anderen Ludwig Mies van der Rohe (1966), Günter Behnisch (1972) und Oswald Mathias Ungers (1987). Zuletzt wurden Volker Staab (2011) und Axel Schultes (2014) ausge­zeichnet. Die Laudatio auf Peter Zumthor wird Werner Oechslin im Rahmen des 13. BDA-Tags am Samstag, den 1. Juli um 20 Uhr im LWL-Museum in Münster halten. Zur Verlei­hung des Großen BDA-Preises veröf­fent­licht der BDA eine Fest­schrift, die neben den drei genannten Bauten auch Texte und Inter­views zum Werk des 1943 in Basel geborenen Archi­tekten versam­melt.

Dka

Peter Zumthor, Foto: martinmischkulnig.com
Peter Zumthor, Foto: martin​misch​kulnig​.com
Peter Zumthor, Kunstmuseum Kolumba, Köln 1997–2007, Foto: Roland Halbe
Peter Zumthor, Kunst­mu­seum Kolumba, Köln 1997–2007, Foto: Roland Halbe
Peter Zumthor, Foto: martinmischkulnig.com
Peter Zumthor, Foto: martin​misch​kulnig​.com
Peter Zumthor, Kunstmuseum Kolumba, Köln 1997–2007, Foto: Roland Halbe
Peter Zumthor, Kunst­mu­seum Kolumba, Köln 1997–2007, Foto: Roland Halbe